Wirtschaft | Bozen

Gastronomie: Regelbruch ohne Konsequenz?

Trotz fehlender Lizenz werden vor dem Bistro Al Vicolo 11 zur Mittagszeit Tische in der Silbergasse aufgestellt. Bürgermeister Claudio Corrarati verweist auf Kontrollen.
Al Vicolo 11, Silbergasse, Bozen
Foto: privat
  • Die Südtiroler Landeshauptstadt bleibt ein beliebtes Urlaubsziel für Gäste. Von dem regen Zulauf profitieren viele Gastronomiebetriebe, auch das Lokal Al Vicolo 11 in der Silbergasse. Die Passion GmbH mit Sitz in Bozen betreibt nicht nur dieses Lokal, sondern auch das traditionsreiche Gasthaus Argentieri und die Veranstaltungsräumlichkeiten Primo Piano, die sich ebenfalls in der Silbergasse befinden. 

    Trotz negativem Gutachten der Abteilung für Vermögen und Wirtschaft stellt der Betreiber beim Al Vicolo 11 die Tische nicht nur in der Pfarrgasse um die Ecke, sondern zur Mittags- und Abendszeit auch in der Silbergasse auf. In der Zwischenzeit lehnen die Holztische zugeklappt an der Häuserwand. 

  • Erbitterter Nachbarschaftsstreit

    Bei seinem Nachbar Alfio Valenti kommt das nicht gut an. Der Betreiber der Trattoria Filo d’Olio hat weniger Raum für seine Tische im Außenbereich zur Verfügung, seitdem Al Vicolo 11 seit letztem Jahr geöffnet hat. „Ich habe der Gemeinde gemeldet, dass das benachbarte Restaurant weiterhin Tische ohne Konzession aufstellt, aber die Sanktionen werden nicht ordnungsgemäß durchgeführt“, kritisiert Valenti. Zudem befindet sich Valenti wegen der Causa mit dem Betreiber in einem Rechtsstreit, dieser verlangt einen Schadensersatz von rund 116.000 Euro. Über ein anwaltliches Schreiben teilt der Kläger der Redaktion von SALTO mit, dass er zu dem laufenden Gerichtsverfahren keine Stellungnahme abgeben wird. 

    Laut einem Schreiben der Gemeinde sei das Aufstellen seiner Tische in der Silbergasse jedenfalls nicht erlaubt worden, weil die Durchfahrtsstraße bereits ausgelastet sei und genügend Platz für Rettungswagen oder die Feuerwehr garantiert werden müsse. „Es werden Kontrollen durchgeführt und Strafen verhängt. Die Regeln sind klar und wir sorgen für ihre Einhaltung. Wir hatten bereits ein Treffen mit den beiden Nachbarn, die sich heftig streiten“, erklärt Bürgermeister Claudio Corrarati