Gesellschaft | Neue Wohnmodelle

Trautes (Eigen)Heim – Glück allein?

Bei start.klar. im UFO geht es am 4. Februar um neue Lebensformen und gemeinschaftliches Wohnen und um die Frage, warum dies bei uns so schwierig ist.
Home sweet home
Foto: Alexa, Pixabay
  • Wir leben in Zeiten tiefgreifender Umbrüche, die alle Lebensbereiche betreffen. Ein zentraler Bereich der Daseinsvorsorge ist das Wohnen, das für immer mehr Menschen im reichen Europa zu einer großen Herausforderung wird und das in Südtirol als besonders problematisch empfunden wird: Wer nicht schon an Familienvermögen anknüpfen kann oder weit überdurchschnittlich gut verdient kann sich Wohnungseigentum ganz einfach nicht mehr leisten, der Mietmarkt ist klein und überteuert und die touristische Kurzzeitvermietung  ist ein mächtiger Konkurrent und heizt die Mietpreise weiter an. 

    Die Landesregierung bemüht sich eher zaghaft darum, den Zugang zum sogenannten „leistbaren Wohnen“ zu erleichtern und hat ein Wohnbaugesetz erlassen, dass mehr Mietwohnraum schaffen soll. Es baut hauptsächlich auf Förderungen und die Aktivierung der konventionellen Wirtschaftsplayer auf, ohne wirklich innovative Wohnbaumodelle in den Fokus zu nehmen. 

    Dabei gerät aus dem Blick, dass gerade überall neue Formen des Zusammenlebens und des gemeinschaftlichen Wohnens entstehen, die meist nicht mehr so stark wie früher auf den Erwerb von Wohneigentum abzielen, sondern innovative Lebens- und Gesellschaftsmodelle abbilden, bei denen Flexibilität in sich ändernden Lebensverhältnissen im Vordergrund steht. 

  • SALTO change im Februar

    Im Februar beschäftigt sich SALTO change  mit alternativen Wohn- und Lebensmodellen, die Menschen jeden Alters in wechselnden Lebensverhältnissen flexibel und bedarfsgerecht das Grundrecht auf Wohnen gewährleisten können. Dies nicht nur, weil es besonders in Südtirol eine ständig akuter werdende Wohnungsnot gibt, sondern weil der tiefgreifende Wandel in Gesellschaft und Arbeitswelt neue Angebote erzwingt. 

    SALTO change Partner des Monats ist die Dialogreihe „start.klar. im UFO“, die sich gleich am Anfang des Monats mit dem Thema beschäftigt. 

  • Zu Gast bei start.klar. im UFO: Sarah Stoisser vom alternativen Wohnprojekt Cambium in Fehring und Patrick Unterkircher aus Brixen, der ein solches Projekt in Südtirol umsetzen möchte. Foto: UFO, Bruneck
  • Diesen Entwicklungen geht die nächste Ausgabe der Dialogreihe „start.klar. im UFO“ auf den Grund, die am Mittwoch, den 4. Februar im UFO Bruneck stattfinden wird. Vom Abend wird es auch einen Livestream geben.   

    Moderator Markus Lobis wird dabei mit zwei jungen Menschen ins Gespräch kommen, die das Thema aus zwei Perspektiven betrachtet. Sarah Stoisser lebt schon seit Jahren in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt, bei der ein Verein eine ehemalige Kaserne gekauft hat. Das Objekt befindet sich in Fehring in der Steiermark, das ambitionierte Projekt ist inzwischen unter der Bezeichnung „Cambium – Leben in Gemeinschaft“ recht bekannt. 

    In einem gemeinschaftlich organisierten Prozess wurde das Gebäude an die Bedürfnisse der Bewohnenden angepasst und es wird nun ebenso gemeinschaftlich betrieben. Sarah Stoisser war von Anfang an dabei, hat verschiedene Aufgaben im Verein wahrgenommen und berichtet über die Erfahrungen und Herausforderungen in der Gemeinschaft. 

    Patrick Unterkircher ist ein junger Brixner, der während der Studienzeit erste Erfahrungen mit gemeinschaftlichem Wohnen gemacht hat und den das Thema seither begeistert. Nach verschiedenen Anläufen im Ausland schien letzthin ein Projekt in Südtirol aussichtsreich: Patrick Unterkircher und eine Gruppe Interessierter wollte ein Hotel im Eisacktal kaufen, um dort gemeinschaftliches Wohnen zu organisieren. Zurzeit schaut es so aus, als wäre dieses Projekt aufgrund bekannter Südtiroler Marktdynamiken gescheitert. Patrick Unterkircher und seine Gruppe machen aber weiter und sind jetzt auf der Suche nach einem neuen Objekt.