Gesellschaft | Ukraine V

"Enfant perdu"

Heinrich Heine ... denn ich war ein braver Soldat im Befreyungskriege der Menschheit

Hinweis: Dieser Artikel ist ein Beitrag der Community und spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der SALTO-Redaktion wider.
ukraine2.jpg
Foto: (C) Peter Gasser

Schildwache

Verlorner Posten in dem Freiheitskriege, 

Hielt ich seit dreiƟig Jahren treulich aus. 

Ich kƤmpfe ohne Hoffnung, daƟ ich siege, 

Ich wuƟte, nie komm ich gesund nach Haus. 

.

Ich wachte Tag und Nacht - Ich konnt nicht schlafen, 

Wie in dem Lagerzelt der Freunde Schar - 

(Auch hielt das laute Schnarchen dieser Braven 

Mich wach, wenn ich ein biƟchen schlummrig war). 

.

In jenen NƤchten hat Langweil' ergriffen 

Mich oft, auch Furcht - (nur Narren fĆ¼rchten nichts) - 

Sie zu verscheuchen, hab ich dann gepfiffen 

Die frechen Reime eines Spottgedichts. 

.

Ja, wachsam stand ich, das Gewehr im Arme, 

Und nahte irgendein verdƤcht'ger Gauch, 

So schoƟ ich gut und jagt ihm eine warme, 

BrĆ¼hwarme Kugel in den schnƶden Bauch. 

.

Mitunter freilich mocht es sich ereignen. 

DaƟ solch ein schlechter Gauch gleichfalls sehr gut 

Zu schieƟen wuƟte - ach, ich kann's nicht leugnen - 

Die Wunden klaffen - es verstrƶmt mein Blut. 

.

Ein Posten ist vakant! - Die Wunden klaffen - 

Der eine fƤllt, die andern rĆ¼cken nach - 

Doch fall ich unbesiegt, und meine Waffen 

Sind nicht gebrochen - nur mein Herze brach.

.

.

(Heinrich Heine)

.

... denn ich war ein braver Soldat im Befreyungskriege der Menschheit

.

Ein Posten ist vakant! - Die Wunden klaffen - 

Der eine fƤllt, die andern rĆ¼cken nach - 

Doch fall ich unbesiegt, und meine Waffen 

Sind nicht gebrochen - nur mein Herze brach.

.

.______________________________________________________________________________________________________________________________________

ErgƤnzung am 1. November 2022:

Demographie: Bevƶlkerungspolitik - Angriffs- und Vernichtungskrieg - Assimilierung:

(Quellen: verschiedene Fachartikel, Expertenaussagen, Originalzitate; besonders: watson.ch, spiegel.de, Falter.at, Manager.magazin, legonomics.de)

.

Russlands PrƤsident Putin wƤhlte vor der versammelten Politelite am 21. April 2021 in der ā€žManezh Central Exhibiton Hallā€œ in Moskau drastische Worte, um die dramatische Situation seines Landes zu beschrieben. ā€žDie demographische Entwicklung ist ein Notfallā€œ, resĆ¼mierte . Die Dinge seien nun leider einmal so. Dies gelte es zu akzeptieren, man mĆ¼sse den Umstand zugeben und *etwas* dagegen unternehmen.

.

wird es bald einfach niemanden geben, der es verteidigt.

Der russische PrƤsident Wladimir Putin hat den Finger in der jĆ¼ngeren Vergangenheit schon mehrmals persƶnlich auf diesen wunden Punkt gelegt. Bereits im Jahr 2006 erklƤrte er: Ā«Russland hat ein riesiges Territorium, das grƶsste der Welt. Wenn die Situation sich nicht Ƥndert, wird es bald einfach niemanden geben, der es verteidigt.Ā» 2007 bezeichnete Putin die Bevƶlkerungspolitik als Ā«erstrangige Aufgabe der russischen PolitikĀ». Und im November 2021 sagte er: Ā«Aus humanitƤrer Sicht und unter dem Gesichtspunkt der StƤrkung unserer Staatlichkeit sowie aus wirtschaftlicher Sicht ist das demographische Problem eines der wichtigsten.Ā»

.

Ā«Weniger Volk bedeutet weniger SouverƤnitƤtĀ»

In den kommenden 30 Jahren wird Russland rund ein Sechstel seiner Bevƶlkerung im erwerbs- und wehrfƤhigen Alter verlieren. Ƅhnlich geht es in der zweiten HƤlfte dieses Jahrhunderts weiter. Zusammengenommen wird Russland rund ein Viertel seiner aktiven Bevƶlkerung einbĆ¼ĆŸen, wie aus Projektionen der Vereinten Nationen  hervorgeht, die vor Kriegsbeginn erstellt wurden. Allerdings besteht die eigentliche Ā«heraufziehende KatastropheĀ» fĆ¼r die russische politische Elite nicht primƤr im BevƶlkerungsrĆ¼ckgang, sondern in der ā€“ vermeintlich daraus folgenden ā€“ schwindenden Weltgeltung. Ā«Weniger Volk bedeutet weniger SouverƤnitƤtĀ», bemerkte dazu 2007 der Vorsitzende des russischen Rechnungshofes, Sergej Stepaschin.

.

deren Tal etwa alle 25 Jahre wiederkehrt

Um 1900 hatte Russland (das eigentliche Russland innerhalb des Zarenreichs) mit rund 87 Millionen Einwohnern die drittgrƶsste Bevƶlkerung der Welt. In der ersten HƤlfte des 20. Jahrhunderts brachen dann aber gleich mehrere demographische Katastrophen Ć¼ber Russland herein: Schon im Ersten Weltkrieg fielen mehr als 1,8 Millionen Soldaten, was zu einem MƤnnermangel und dadurch zu weniger Ehen fĆ¼hrte, aus denen Kinder hervorgingen. Der Krieg ging nahezu nahtlos in den BĆ¼rgerkrieg zwischen Bolschewiki und den AnhƤngern des Zaren Ć¼ber, der wiederum Millionen von Todesopfern forderte. Mƶglicherweise verlor Russland zwischen 1914 und 1921 etwa 30 Millionen Menschen ā€“ mehr als im Zweiten Weltkrieg. Auf den BĆ¼rgerkrieg folgten die Stalinschen SƤuberungen, die im Ā«Grossen TerrorĀ» von 1936 bis 1938 ihren Hƶhepunkt fanden. Diesen SƤuberungswellen fielen mindestens 3 Millionen Menschen zum Opfer; manche Historiker nennen aber weit hƶhere Zahlen ā€“ die SchƤtzungen gehen bis zu 22 Millionen. Diese sehr hohen Angaben dĆ¼rften aber vermutlich Opfer des Zweiten Weltkriegs enthalten. Dieser forderte einen enormen Blutzoll; die Verluste der Sowjetunion betrugen schƤtzungsweise 13 Millionen Soldaten und 14 Millionen Zivilisten. 1943, mitten im Krieg, wurden nur rund 1 Million Kinder geboren (zum Vergleich: 1939 waren es 4,3 Millionen). Dieser historische Tiefstand lƶste eine demographische Ā«WelleĀ» aus, deren Tal etwa alle 25 Jahre wiederkehrt ā€“ so beispielsweise um 1968 herum oder 1993, die beide geburtenschwache JahrgƤnge waren.

.

Hƶhere Sterberate als Geburtenrate!

Bereits kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion, auf den in Russland ā€“ wie auch in den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion ā€“ eine tiefe ƶkonomische und gesellschaftliche Krise folgte, kam es neuerdings zu einem markanten Niedergang der Geburten. WƤhrend mehr als einer Dekade sank die Zahl der Geburten beinahe unablƤssig, bis um die Jahrtausendwende eine leichte Erholung einsetzte.

Die Zahl der Russen, die sich heute in ihren Zwanzigern und Dreissigern befinden, ist aufgrund dieser Entwicklung relativ klein. Auch dieses demographische Wellental beginnt sich jetzt auf die Gesamtpopulation auszuwirken, da diese JahrgƤnge nun das Alter erreicht haben oder bald erreichen werden, in dem sie selber Kinder haben. VerschƤrft wurde der GeburtenrĆ¼ckgang durch frei verfĆ¼gbare VerhĆ¼tungsmittel, die zu Sowjetzeiten nur schwer zu erhalten waren. Hinzu kam eine unfassbar hohe Zahl von Abtreibungen: Die HƤufigkeit von SchwangerschaftsabbrĆ¼chen war in Russland 2010 weltweit am hƶchsten. 1992 standen gemƤss einem Bericht der RAND-Corporation 225 Abtreibungen 100 Geburten gegenĆ¼ber, und auch noch im Jahr 2000 wurden rund 70 Prozent aller Schwangerschaften abgebrochen.

Die FertilitƤtsrate fiel von 2,2 Kindern pro Frau in den spƤten Achtzigerjahren auf zeitweise weniger als 1,2 Kinder pro Frau. In entwickelten Gesellschaften gilt eine FertilitƤtsrate von 2,1 Kindern pro Frau als Schwellenwert fĆ¼r den Bestandserhalt der Bevƶlkerung: Sinkt die FertilitƤtsrate unter diesen Wert, schrumpft die Bevƶlkerung ohne Zuwanderung. Hƶhere Sterberate als Geburtenrate!

Putins 2012 verkĆ¼ndeter Plan, dass die russische Bevƶlkerung bis 2050 auf 154 Millionen Einwohner zunehmen solle, ging nicht auf. 2017 sank die Zahl der Geburten plƶtzlich stark ā€“ und nahm danach bis 2021, dem Jahr mit den letzten verfĆ¼gbaren Zahlen, weiter ab. 2020 war zusƤtzlich ein steiler Anstieg der TodesfƤlle zu verzeichnen, der sich 2021 ungebremst fortgesetzt hat. Zwischen MƤrz 2020 und Januar 2022 starben rund 1 Million Menschen mehr, als gemƤss Zahlen aus den Jahren von 2015 bis 2019 zu erwarten gewesen wƤren. Diese Ɯbersterblichkeit ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf die Corona-Pandemie zurĆ¼ckzufĆ¼hren.

Diese dramatische demographische Krise trifft auch die russische Armee. Die geburtenschwachen JahrgƤnge von Ende der Neunziger- und Anfang der Nullerjahre bilden nun das Reservoir, aus dem die Armee ihre MannstƤrke von rund 900'000 schƶpfen muss. Dies bedeutet, dass Verluste weit weniger einfach ausgeglichen werden kƶnnen. Und das demographische Problem der russischen Armee wird sich voraussichtlich drastisch verschƤrfen. Ein UNO-Bericht aus dem Jahr 2019 ā€“ also noch vor der Corona-Pandemie und dem Krieg ā€“ hat fĆ¼r 2020 die Zahl der MƤnner zwischen 20 und 34 Jahren auf 14,25 Millionen veranschlagt. Diese Zahl werde laut der mittleren SchƤtzung voraussichtlich bis 2025 auf nur noch 11,55 Millionen sinken ā€“ und bis 2030 sogar auf 11,23 Millionen. Falls diese Prognosen zutreffen, heisst das, dass die Zahl der wehrfƤhigen MƤnner im Lauf der Zwanzigerjahre um etwa 20 Prozent abnehmen wird.

.

Putin von Demografie besessen

Ā»Wie andere weiƟe Nationalisten auch, ist Putin von Demografie besessen und von der Angst getrieben, dass seine Rasse zahlenmƤƟig in die Minderheit geraten kƶnnteĀ«, schreibt der US-Historiker Timothy Snyder von der Yale-University. In einer groƟ angelegten Analyse  fĆ¼r die aktuelle Ausgabe des AuƟenpolitikfachblatts Ā»Foreign AffairsĀ« seziert er Putins krude Ā»rassische ArithmetikĀ«, der sein Krieg folgt: Ā»Die ersten russischen Soldaten, die im Kampf getƶtet wurden, waren ethnisch gesehen Asiaten aus dem Osten Russlands, und viele, die seither gestorben sind, waren zwangsrekrutierte Ukrainer aus dem Donbass. Ukrainische Frauen und Kinder sind nach Russland deportiert worden, weil sie als assimilierbar gelten, als Leute, die als VerstƤrkung fĆ¼r die weiƟe russische Bevƶlkerung dienen kƶnnen.Ā« Zugleich verfolge die russische FĆ¼hrung die Strategie, Afrika und Asien in Lebensmittelkrisen zu stĆ¼rzen, weshalb der RĆ¼ckgang der Getreidelieferungen aus der Ukraine bewusst einkalkuliert sei: Ā»Nichts an diesem Hungerplan spielt sich im Verborgenen abĀ«, schreibt Snyder. Es liege alles offen zutage und werde auch so von den Propagandisten des Kremls benannt. Mit liberalen Vorstellungen von universellen Werten, Menschenrechten und friedlichem Interessenausgleich hat derartiges Gedankengut nichts zu tun. Es handelt sich um reine, rohe Machtpolitik, getrieben vom fatalistischen Glauben an einen VerdrƤngungskampf der Vƶlker. Nach dem Motto: Es kann nur wenige Herrennationen geben. Die anderen werden assimiliert, unterjocht oder ausgelƶscht.

.

wƤren wohl nirgends mehr Grenzen sicher

Womƶglich bezweckt die expansionistische Politik des Kremls unter anderem tatsƤchlich (auch), den BevƶlkerungsrĆ¼ckgang Russlands durch den Anschluss ukrainischer Gebiete zu bremsen. Ganz abgesehen davon, dass aus allenfalls einverleibten ukrainischen Bevƶlkerungsgruppen wohl kaum loyale Untertanen des Kremls wĆ¼rden, dĆ¼rfte dies zum Scheitern verurteilt sein: Durch den Krieg in der Ukraine hat Putin die demografische Krise, die er so fĆ¼rchtet, nur noch angeheizt.

Nun sollen/mĆ¼ssen also die Weissrussen (Belarussen), die Kleinrussen (Ukrainer), alle in den Nachbarstaaten lebenden Russen (Heimholen der Gebiete) und wohl auch die Kasachen und andere zu Russen werden, um dem Volk seine notwendige und bedeutende zahlenmƤƟige Masse zu geben: Imperialismus, Faschismus, Rassismus, Nazismus - alles in einem: eine vƶlkische Verbrecherbande im Kreml.

Potentaten rund um den Globus schauen Putin dabei zu. Sollte er aus dem von ihm begonnenen Krieg so hervorgehen, dass er sich als Gewinner inszenieren kann, wƤren wohl nirgends mehr Grenzen sicher. Ein russischer Sieg wƤre ein gefƤhrlicher PrƤzedenzfall, dessen Bedeutung weit Ć¼ber Europa hinausreicht. In einer Welt zunehmender demographischer Ungleichgewichte stĆ¼nden eine Menge Konflikte bevor, manche davon kƶnnten mit Atomwaffen gefĆ¼hrt werden.

.

Der Westen versucht, eine internationale Ordnung zu erhalten

Die Weltgemeinschaft wƤre gut beraten, sich gegen dieses Szenario zu wappnen, indem sie gemeinsam Russland in die Schranken weist. Momentan machen die Ukraine und ihre westlichen UnterstĆ¼tzer allein die Arbeit. Sie ā€“ beziehungsweise wir ā€“ tragen den Ć¼berwiegenden Teil der menschlichen, militƤrischen und wirtschaftlichen Kosten. Der Westen versucht, eine internationale Ordnung zu erhalten, die dabei ist, unter die Panzerketten zu kommen. Die anderen schauen zu und versuchen, sich opportunistisch zu bereichern, zum Beispiel durch den Kauf von billigem, weil sanktioniertem russischen Ɩl und Gas.

Im Kern ist es ganz simpel: Um ein Peak-Power-Domino zu verhindern, muss Russland diesen Krieg verlieren.

Whatever it takes.

(Quellen: verschiedene Fachartikel, Expertenaussagen, Originalzitate; besonders: watson.ch, spiegel.de, Falter.at, Manager.magazin, legonomics.de)

.

.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

.

ErgƤnzung 3. November 22 - Medwedew:

.

1. Die Todesstrafe:

Todesstrafe fĆ¼r Saboteure

Nachdem junge MƤnner in Russland verhaftet wurden, weil sie aus Protest gegen den Krieg Eisenbahnanlagen sabotiert haben sollen, fasst Ex-PrƤsident Dmitri Medwedew laut einem Medienbericht die Todesstrafe fĆ¼r Saboteure und Auge. Das Moratorium fĆ¼r die Todesstrafe sei menschlich, kƶnne aber geƤndert werden, zitiert ihn das Exilmedium "Meduza".

.

2. Atomangriff:

Russland hat das Recht, Atomwaffen einzusetzen

"Ich muss Sie noch einmal daran erinnern, fĆ¼r die tauben Ohren, die nur sich selbst hƶren: Russland hat das Recht, Atomwaffen einzusetzen, wenn es nƶtig ist", schrieb Medwedew. Dies sei "sicher kein Bluff".

.

Was fĆ¼r Entartungen im Kleinen und im GroƟen. Was fĆ¼r ein Drama spielt sich da im Kreml ab... man denkt unwillkĆ¼rlich an den ā€œFĆ¼hrerbunkerā€ in Berlin, 1945

.

_____________________________________________________________________________

.

ErgƤnzung 4. November:

.

1. Schwerverbrecher:

Russlands PrƤsident Wladimir Putin hat ein Gesetz unterzeichnet, wonach Schwerverbrecher eingezogen werden kƶnnen, so berichtet die staatliche Nachrichtenagentur RIA. Nun werden von staatlicher Seite verurteilte Schwerverbrecher zum Morden in das Nachbarland gesendet: was fĆ¼r eine weitere Entartung.

.

2. Faschistisches Blut&Boden-Prinzip:

unsere Menschen

Der frĆ¼here russische Staatschef Dmitri Medwedew rechtfertigt zum Tag der nationalen Einheit in Russland den Krieg gegen die Ukraine. Wie PrƤsident Wladimir Putin stellt auch er die Ukraine als Teil Russlands dar und leugnet deren Existenz als Staat und Volk. "... es gibt Heimaterde, auf der unsere Vorfahren gelebt haben und auf der heute *unsere Menschen* leben. Wir geben sie an niemanden her", schreibt Medwedew auf Telegram.

.

3. Satan:

den obersten Herrn der Hƶlle aufzuhalten

Russlands Gegner in der Ukraine und im Westen seien "Teil einer sterbenden Welt", erklƤrt der VizesekretƤr des Sicherheitsrates. Er bedient das in Russland kursierende Propagandamotiv, man habe es in der Ukraine mit *teuflischen KrƤften* zu tun: "Ziel ist, *den obersten Herrn der Hƶlle* aufzuhalten... - Satan, Luzifer oder Iblis", schreibt er.

.

Todesstrafe - Atomangriff - Schwerverbrecher ins Nachbarland - Satan bekƤmpfen: was fĆ¼r eine giftige BrĆ¼he, jedes Wort, jede Tat eine Absage an ernsthafte Verhandlungen.

__________________________________________________________________________________________________________________________________________________

ErgƤnzung am 5. November 2022;

ErgƤnzung zum Kommentar: https://www.salto.bz/de/comment/113909#comment-113909

.

Hein Goemans, 65, stammt aus den Niederlanden und lehrt internationale Politik an der University of Rochester im US-Bundesstaat New York. Er befasst sich seit Jahren mit der Frage, wie militƤrische Konflikte enden, sein Buch Ā»War and PunishmentĀ« aus dem Jahr 2000 gilt als Standardwerk.

.

(Quelle: https://www.spiegel.de/ausland/konfliktforscher-ueber-atomdrohungen-putin-hat-leider-noch-viele-optionen-a-e46a61db-bb58-4bd2-be83-dec08894b7d3)

.

Aus dem Interview:

Dann kommt es darauf an, wie der Westen sich verhƤlt.

ā€žMal angenommen, Putin setzt eine Atomwaffe nicht direkt auf dem Schlachtfeld ein, sondern testet sie lediglich, vielleicht sogar in der NƤhe der ukrainischen Grenze. Dann kommt es darauf an, wie der Westen sich verhƤlt. Wie wĆ¼rde Bundeskanzler Olaf Scholz auf einen solchen Test reagieren? Was wĆ¼rde in Deutschland passieren? ā€¦ Ich weiƟ es nicht. Aber von dieser erwarteten Reaktion hƤngt es ab, wie effektiv die Abschreckung durch Verweigerung im Vorfeld sein kann. Wenn Putin davon ausgeht, dass ein Atomtest zu Verunsicherung und zu Rissen in der SolidaritƤt mit der Ukraine fĆ¼hrt, dann wird er es ausprobieren. Was hat er zu verlieren?ā€œ

.

(Was muss passieren, damit der Krieg endet?)

ā€žGrundsƤtzlich mĆ¼ssen drei Voraussetzungen erfĆ¼llt sein, damit ein militƤrischer Konflikt zu Ende geht:

  1. Erstens mĆ¼ssen sich die Erwartungen der gegnerischen Parteien annƤhern, was den weiteren Verlauf der Auseinandersetzungen angeht ā€“ auch wenn sich das noch nicht zwangslƤufig auf dem Schlachtfeld widerspiegeln muss.
  2. Zweitens mĆ¼ssen beide Seiten den Eindruck haben, dass eine Friedensvereinbarung durchsetzbar ist.
  3. Und drittens muss, ganz schlicht, das physische Ɯberleben der Parteien gesichert sein. All das ist im Ukrainekrieg noch nicht klar.ā€œ

Angst vor demokratischen Gesellschaften

ā€žIch glaube, dass Putin Angst vor zunehmend instabilen, sich demokratisierenden Gesellschaften hatte, die die Herrschaft von Autokraten infrage stellen. Es gab die Orangene Revolution in der Ukraine, eine Beinahe-Revolution in Belarus, Proteste in Kasachstan. Am Ende der Dominoreihe sieht er sich selbst. Vermutlich hatte er den Eindruck, eine angebliche Verwestlichung seiner Nachbarschaft stoppen zu mĆ¼ssen, um Gefahr von seiner eigenen Macht abzuwenden. Er denkt wie ein Politiker des 19. Jahrhunderts, in den Kategorien von GroƟmƤchten und EinflusssphƤren. Das Problem ist, dass Russland keine GroƟmacht mehr istā€œ.

.

(HƤtte es einen Weg gegeben, den Krieg zu verhindern?)

Putin kann nicht mit freier demokratischer Ukraine leben

ā€žGegenfrage: HƤtte Putin mit einer neutralen, unabhƤngigen, demokratischen Ukraine leben kƶnnen, selbst wenn sie niemals Nato-Mitglied wird? Ich glaube nicht. Deshalb ist keine der Zusagen, die er macht, etwas wert. Auch wenn er sich morgen auf einen Waffenstillstand oder auf Verhandlungen einlƤsst, wird er vermutlich die Zeit nutzen, seine Truppen aufzustocken, neu zu bewaffnen und wieder loszuschlagen.

Gleichzeitig kann sich der ukrainische PrƤsident Wolodymyr Selenskyj nicht auf einen Deal einlassen, an dem sich Putin in derselben Ausgangslage wie am 24. Februar befindet. Das ukrainische Volk wird ihm das nicht durchgehen lassen.ā€œ

.

(Im Moment sieht es aus, als hƤtten beide Seiten wenig Grund, sich auf Verhandlungen einzulassen)

ā€žPutin ist vielleicht etwas pessimistischer geworden, was den Ausgang angeht, Selenskyj dagegen optimistischer. Selenskyj hat sogar wieder die Krim-Halbinsel ins Spiel gebracht, die er zurĆ¼ckerobern will. Auch auf ukrainischer Seite verƤndern sich also die ƶffentlich kommunizierten Ziele. Beide stellen Forderungen, die inkompatibel sind. Aber um den Krieg zu beenden, muss eine Seite ihre Forderungen Ƥndernā€œ.

(Es gibt auch in Deutschland Stimmen, die fordern, die Ukraine solle endlich mit Putin verhandeln, um das Tƶten zu beenden. Was halten Sie davon?)

Putin ist ein Mƶrder ... wo wird er aufhƶren

ā€žDie Frage ist, was das im Moment bringen wird. Putin ist ein Mƶrder, er hat AttentƤter quer durch Europageschickt, um Menschen umzubringen. Wo wird er aufhƶren? Es empƶrt mich sowohl moralisch als auch intellektuell, dass jetzt gefordert wird, wir mĆ¼ssten Putin ZugestƤndnisse machen. Er und seine Leute wollen eine Form des Zarenreichs wiederherstellen. Warum sollte er, wenn er in der Ukraine gewinnt, damit aufhƶren?ā€œ

.

(WĆ¼rde die Lieferung deutscher Kampfpanzer am Ausgang des Krieges etwas Ƥndern?)

Es kommt auf die Erwartungen an

ā€žDer Fehler, den viele Leute derzeit machen, ist, dass sie sich an konkreten Waffen, Panzern und Zahlen festklammern. Darauf kommt es aber nicht an, sondern auf die Erwartungen der Kriegsparteien. Putins Erwartung ist, dass er Selenskyj unter Druck setzt, indem er die EuropƤer dazu bringt, die Ukraine zu einem Deal zu zwingen. Und die deutsche Position, wie sie sich derzeit fĆ¼r mich darstellt, ermƶglicht dasā€œ.

.

( Was sollte Deutschland tun?)

kein Kriegsgewinn fĆ¼r Putin

ā€žPutin glaubt, dass er die EuropƤer gewissermaƟen aus dem Konflikt herausfrieren kann, indem er ihnen das Gas abdreht. Erst wenn Deutschland seine Haltung fundamental Ƥndert, kƶnnten sich auch die Erwartungen Putins Ƥndern. Die EuropƤer und Olaf Scholz mĆ¼ssten einen Weg finden, glaubhaft zu signalisieren, dass sie Selenskyj nicht zu Konzessionen zwingen werden, die Russland einen Sieg bescheren. Und mit Sieg meine ich ein Ergebnis, das fĆ¼r Putin besser ist als die Ausgangslage vom 24. Februar, in der Russland Teile des Donbass kontrollierte. Wenn Scholz glaubhaft signalisieren kann, dass er einen russischen Sieg nicht akzeptieren und sich nicht erpressen lassen wird, dann wƤre das ein groƟer Unterschied. Eine Wischiwaschi-Politik wird nicht funktionieren.ā€œ

_________________________________________________________________________________________________________________________

bisher:

https://www.salto.bz/de/article/17082022/ukraine-iv-putin

https://www.salto.bz/de/article/16072022/ukraine-iii-oder-geschichte-und-tyran

https://www.salto.bz/de/article/24032022/ich-bin-heute-ukraine-ii

https://www.salto.bz/de/article/25022022/wir-alle-sind-heute-ukraine

___________________________

Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Manfred Klotz
Manfred Klotz Di., 01.11.2022 - 07:40

Antwort auf von Ludwig Thoma

Weil Ihr Blick nicht differenziert ist, ganz einfach. Unter "differenziert" verstehen Sie offenbar, auf eine Rechtfertigung fĆ¼r die Spezialoperation zu finden. Sie beziehen sich hier auf einen Artikel der FR, der in keiner Weise Ihre Behauptung stĆ¼tzt oder zitieren eine pauschalisierende (und daher unbrauchbare) Aussage zur Meinungsbildung aus dem letzten Buch von Precht/Welzer. Von da an ist Ihr einziger Beitrag hier der Versuch, eine Aussage, die im Laufe der Diskussion prƤzisiert und richtig gestellt wurde, als Vorwand zu benutzen, die ganze Diskussion ad absurdum zu fĆ¼hren. Nach dem Motto, nachdem die Aussage, die NATO untersteht der EU, nicht korrekt ist, habe ich recht. So weit hat es nicht einmal Schopenhauer getrieben.

Di., 01.11.2022 - 07:40 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Ludwig Thoma
Ludwig Thoma Di., 01.11.2022 - 12:57

Antwort auf von Ceterum Censeo

Nur weil Sie glauben, die ukrainische FĆ¼hrung und ihre VerbĆ¼ndeten machen allein deshalb alles richtig und sind fehlerfrei, weil die Ukraine von Russland angegriffen wird, und ich das anders sehe, mĆ¼ssen Sie mir wirklich keine NƤhe zum Narrativ des Kremls andichten.

Di., 01.11.2022 - 12:57 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Manfred Klotz
Manfred Klotz Di., 01.11.2022 - 13:21

Antwort auf von Ludwig Thoma

Die Sache ist doch ganz einfach: HƤtte Russland die Ukraine nicht angegriffen, wĆ¼rde die ukrainische FĆ¼hrung gar keine Fehler machen kƶnnen. Zwei ganz gezielte Fragen an Sie, weil Sie es ja anders sehen: Hat Russland die Ukraine Ć¼berfallen oder nicht? Ist der Krieg auf diese Invasion zurĆ¼ckzufĆ¼hren oder nicht?

Di., 01.11.2022 - 13:21 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Ludwig Thoma
Ludwig Thoma Di., 01.11.2022 - 14:09

Antwort auf von Manfred Klotz

Der Krieg in der Ukraine dauert seit mindestens 2014. Mit dem GrenzĆ¼bertritt russischer Truppen im Februar diesen Jahres hat er eine nie dagewesene Eskalationsstufe erreicht. In den letzten 8 Jahren wurden viele Fehler gemacht. Auf beiden Seiten wird weiter eskaliert. Auf der russischen ungleich viel mehr aber eben nicht nur.

Di., 01.11.2022 - 14:09 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Manfred Klotz
Manfred Klotz Mi., 02.11.2022 - 07:52

Antwort auf von Ludwig Thoma

Dann informieren Sie sich doch bitte vorher, wer 2014 die Kampfhandlungen im Donbass angezettelt hat (recherchieren Sie beispielsweise, was die berĆ¼chtigten GrĆ¼nen MƤnnchen im Donbass zu suchen hatten). Die Ukraine eskaliert nicht, die Ukraine verteidigt sich. Auch in diesem Fall beten Sie das russische Narrativ nach. Auch die Ukraine hat ihre Fehler gemacht, allerdings haben sie mit der geheimen Invasion Russlands begonnen, sind also eine Folge davon.

Mi., 02.11.2022 - 07:52 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Do., 03.11.2022 - 09:19

Antwort auf von Ludwig Thoma

Der Krieg mit der Ukraine hat bereits mit der Machtergreifung Putins begonnen, spƤtestens mit dem angezettelten Krieg in Tschetschenien, und der Vernichtung von GroƟny.
Sicher aber mit der Bombardierung von Aleppo, dem Krieg, in welchem Putin seinen scheinbar erneuerten MilitƤrapparat mit allen Truppengattungen und deren Zusammenspiel scheinbar erfolgreich, und ebenso die Reaktion des ā€œWestensā€ darauf getestet hat: in beidem ist er einer verhƤngnisvollen FehleinschƤtzung erlegen.
Sein Heer geht unter, der Westen widersteht der imperialen Aggression.
Im Kreml ā€œFĆ¼hrerbunkerstimmungā€ anno 1945.

Do., 03.11.2022 - 09:19 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Mo., 31.10.2022 - 19:35

Um ā€œglaubenā€ geht es nicht.
Und wieder setzen Sie Meinung=Behauptung=Wirklichkeit, und sehen eigene Interpretationen und Behauptungen als Tatsachen an. Warum Sie dauerhaft diesen nicht korrekten Dialog-Stil anwenden, bleibt ihr Geheimnis.
Meiner Erkenntnis aufgrund meiner Quellen, und meiner Meinung nach sind die Behauptungen bzw. SchlĆ¼sse, welche Sie ziehen, faktisch nicht zutreffend.
.
In der Ukraine fĆ¼hrt nach allgemeinem Wissensstand Russland einen brutalen und unmenschlichen Angriffskrieg gegen das freie, demokratische Leben, das fĆ¼r seinen Machterhalt an seiner Grenze eine Gefahr darstellt.
.
Wie kann sich ā€œEuropaā€ heraushalten, wenn doch die Ukraine im Herzen Europas liegt, der Angriffskrieg also mitten bei uns in Europa stattfindet?
Und wenn diese Ukraine uns als Nachbar um Hilfe gegen tausendfachen Mord bittet, da Staat und Volk eliminiert werden sollen?
.
Das vƶllige Fehler jeder Empathie fĆ¼r die Opfer dieser brutalen Aggression, die vƶllig fehlende Sozialkompetenz den Mitmenschen und dem Nachbar gegenĆ¼ber und das Schweigen zu tausenden Kriegsverbrechen gegen Soldaten und Zivilisten und die unsinnige Zerstƶrung ganzer Dƶrfer und StƤdte und Infrastrukturen bei Ihren Kommentaren lassen einem frieren.

Mo., 31.10.2022 - 19:35 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Wilhelm B.L
Wilhelm B.L Mo., 31.10.2022 - 20:35

Antwort auf von Peter Gasser

Herr Gasser, Vielen Ihren Belehrun gen kann ich voll zustimnen. Diese sollten nicht notwendig sein, wenn alle Laender Europas zu ihren kultu rellen Wurzeln und damit zu dem banalen normalen Leben zurueck kehren. Das setzt aber vorraus, das sich eine Bevoelkerung nicht mehr als blosses Stimmvieh, Muell schlucker und Verfuegungmasse fuer an ihm, von spinnerten, sozialisti schen Eliten, durchgefuehrte aber niemals hinterfragte soziale Experi mente missbrauchen laesst.

Mo., 31.10.2022 - 20:35 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Wilhelm B.L
Wilhelm B.L Di., 01.11.2022 - 13:25

Antwort auf von Wilhelm B.L

Nachtrag
Die einschuechternde Wirkung von Meinungs (Gesinnungs-) terroristen, wie z.B. Mullahs, neo-religioesen, europaischen Heilspredigern, inkl. Putinversteherinnen. Man erkennt die Anzeichen der von ihnen provo zierten Massenschizophrenie an folgenden hierfuer typischen Symptomen :
1. Dem zerfahrenen Denken von Politikern und der Massen. Folge der gegenseitig bedingten, eine abgehackte Flut von Halb - und Falschinformationen verstaerkenden, Einfluesse zwischen Massenmedien und Politikern 2. Der gefuehlsmaessigen (kata tonen) Erstarrung des unter dem Auge. des Gesetzes und
der Moral, also einem Ueberwach ungsorgan) zum auesserlich korrekt zugeknoeften, stramm stehenden und verschleierten Normopathen, Einem zum lnientreu - biegsamen, paranoi den Musterschueler und Hofschran zen ruhig (ver-)gestellten, bisher aus gesellschaftlicher Sicht, "unartigen" Kind.

Di., 01.11.2022 - 13:25 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Ceterum Censeo
Ceterum Censeo Mo., 31.10.2022 - 20:56

Letztendlich glaubt jeder, was er mƶchte?
Nein, es gibt Fakten.
Fakt ist: der Ukraine wurde die Aufnahme in die NATO verweigert.
Fakt ist: Putin fĆ¼hrt einen Vernichtungskrieg, weil der gar nicht das Existenzrecht der Ukraine anerkennt - die NATO hat mit dieser faschistischen Ideologie nichts zu tun.

Mo., 31.10.2022 - 20:56 Permalink
Bild
Salto User
Manfred Gasser Mo., 31.10.2022 - 21:49

Ein Stellvertreterkrieg? Also vertreten die Ukraine die USA, aber wer vertritt Russland? Wer fĆ¼hrt den Krieg in der Ukraine? Unbestritten ist, dass Putin diese "Spezialoperation" angeordnet hat, unbestritten ist, dass Russland die Grenze eines souverƤnen Landes Ć¼berschritten hat, um dieses Land zu besetzen. Unbestritten ist ebenfalls, dass es keine Rechtfertigung fĆ¼r einen Krieg gibt, egal ob 09/11, oder Donbass, egal ob USA oder Russland.
Krieg ist immer menschenverachtend, aber was kƶnnen wir dagegen tun? Dagegen schreiben? Dagegen demonstrieren? Ganz whrlich, ich weiss es nicht.

Mo., 31.10.2022 - 21:49 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Mo., 31.10.2022 - 22:01

Sehen Sie, ich hatte Sie um etwas gebeten, ganz oben:
https://www.salto.bz/de/comment/113576#comment-113576 (ā€œWeiters ist es meiner Ansicht und auch meinem Verlangen nach a priori unabdingbar, den Dialog ausschlieƟlich themenbezogen zu fĆ¼hren, somit auf jedwede Bemerkung und Provokation ad personam zu verzichten: wem das nicht weitgehend zu gelingen vermag, dem fehlen sowohl die Kultur & die Bildung, als damit einhergehend auch die FƤhigkeit & die Berechtigung, an einer ernsthaften Diskussion teilzunehmenā€). Nun tun Sie (wieder) genau das und schreiben, wider besseres Wissen, offensichtlich ganz schamlos: ā€œSie sehen die Ereignisse in der Ukraine als plƶtzlich vom Himmel gefallen an beziehen die Berichte Ć¼ber die ZustƤnde in der Ukraine aus den staatsfinanzierten Medienā€:
Denn wiederum steht dort oben (selber link):
ā€œ Politologen, Historiker, Experten in Zeitgeschichte sehen dies vƶllig anders, fundiert dargelegt in manchem Fachartikel der letzten Monate und in BĆ¼chern wie
- "in Putins Kopf - Logik und WillkĆ¼r eines Autokraten" von Michel Eltchaninioff (2022),
- "Zeitenwende - Putin Krieg und die Folgen" von RĆ¼diger von Fritsch (2022),
- "Der Krieg gegen die Ukraine - HintergrĆ¼nde, Ergebnisse, Folgen" von Gwendolyn Sasse (2022),
- "Putin - ein VerhƤngnis - wie Putin Russland in eine Despotie verwandelte und jetzt Europa bedroht", Robert Misik (2022),
- "ā€žHomo sovieticusā€œ, Alexander Sinowjew (1984)ā€.
.
Also100te Fachartikel, Interviews mit direkten Akteuren des Zeitgeschehens und einige BĆ¼cher - ich nehme an, um Einiges und wesentlich differenzierter als Sie selbst, und doch sehe ich in Ihrer Behauptung ā€œdie Ereignisse in der Ukraine als plƶtzlich vom Himmel gefallenā€...? Ad personam statt argumentum ad rem.
.
Zu den ā€œHilfen und Sanktionenā€: ohne diese wƤre die Ukraine lƤmgst erobert und ausgelƶscht, von der Erde getilgt, so nicht nur meine Schlussfolgerung, Russland wƤre in weitere Staaten eingedrungen, Elend, Mord, Vergewaltigung, Deportation noch viel grĆ¶ĆŸer, der Krieg noch viel ausgeweiteter und viel nƤher bei, wenn nicht schon ganz bei uns.
.
Was geschah, als man Hitler Polen lieƟ, gab er sich damit zufrieden??
.
Aja, warum eigentlich kƶnnen Sie meinen Bitten aus dem zitierten Link nicht entsprechen: erwarte ich wirklich zuviel, sind meine AnsprĆ¼che an einen korrekten und sachlichen Dialog zu wirklich hoch?

Mo., 31.10.2022 - 22:01 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Di., 01.11.2022 - 09:51

Zitat: ā€œNiemand bei Verstand will den Krieg gutheiƟenā€: es handelt sich hier nicht um das, was Sie neutral ā€œKriegā€ nennen. Hier sind sich nicht 2 Staaten wegen etwas in die Haare geraten und kƤmpfen dies militƤrisch aus.
Hier handelt es sich um einen vƶlkerrechtswidrigen Angriffskrieg, der inzwischen zu einem brutalen und barbarischen Vernichtungskrieg geworden ist, weil 1 Staat, Russland, im besten revanchistischen und imperialen Stil beschlossen hat, seinen Nachbarstaat als Staat und sein Nachbarvolk als Volk von der Erde zu tilgen: so sagen es jedenfalls Putin und seine Verbrecherclique selbst.
.
Mit ā€œden jetzigen Methodenā€ meinen Sie offensichtlich die Methoden des Terrorregimes Russland, das durch seine kriminelle und menschenverachtende, barbarische KriegsfĆ¼hrung gegen Zivilisten jeden Tag seine Weigerung, vom Angriffskrieg abzulassen und Ć¼ber Wiedergutmachung zu verhandeln, neu betont und zeigt.
FĆ¼r all die Kriegsverbrechen und VerwĆ¼stungen und Vernichtungen durch Russland muss dieses ja, so unser RechtsverstƤndnis geradestehen - oder glauben Sie, das darf alles ungesĆ¼hnt bleiben, Mord, Vergewaltigung, PlĆ¼nderung, Deportation, Kinderraub, dazu Vernichtung hunderter ziviler Einrichtungen durch gezielten Raketenbeschuss und Bombenabwurf?
.
Hier geht es lƤngst nicht mehr ā€œnurā€ um einen brutalen Ɯberfall und einen militƤrischen Kampf an der Frontlinie, hier geht es um systematischen Mord, Vergewaltigung, PlĆ¼nderung, Deportation, Kinderraub, Vernichtung hunderter ziviler Einrichtungen in einem Vernichtungskampf gegen ein ziviles Volk. Sie blenden das alles aus?
.
Noch ein Zitat: ā€œ ... und man die Situation im Hinblick auf die geopolitische Lage total unterschƤtzt hatā€: das erachte ich als insofern richtig, als man trotz vieler Hinweise seit dem Jahr 2000 taub war und und blind und nicht richtig hingehƶrt hat auf das revanchistische und imperiale Bestreben Russlands, Land zu erobern und ein von Russland autoritƤr dominiertes Europa zu schaffen, ā€œvon Wladiwostock bis Lissabonā€. Man trƶstete sich, indem man sich selbst vormachte, es werde schon nicht so schlimm kommen und er werde es schon nicht in die Tat umsetzen.
Die Geschichte zeigt: es ist noch viel schlimmer gekommen, noch viel viel schlimmer!
Und nun ist es unsere Aufgabe, so meine ich, dies fĆ¼r jetzt UND DIE ZUKUNFT zu beenden. Es darf nicht in einigen Jahren wieder losgehen... Das muss der Fokus sein im Bestreben, diesen Angriffskrieg zu beenden und die Verbrecher fĆ¼r Kriegsverbrechen, fĆ¼r systematischen Mord, Vergewaltigung, PlĆ¼nderung, Deportation, Kinderraub zu bestrafen und dazu zu verurteilen, all den angerichteten Sachschaden zu begleichen.

Di., 01.11.2022 - 09:51 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Stefan S
Stefan S Di., 01.11.2022 - 10:19

Antwort auf von Peter Gasser

An dieser Stelle will ich auch nochmal auf Wolf Biermann verweisen, da schlieƟt sich der Kreis zur ArtikelĆ¼berschrift.

" ZEIT: Auch Gewaltlosigkeit kann enorme Kraft entfalten.

Biermann: Gewiss. Aber ist es Ihnen schon mal aufgefallen, dass es noch niemals einen Krieg zwischen zwei Demokratien gab? Das ist vielleicht das Beste, was sogar fĆ¼r eine schwache, fĆ¼r eine krƤnkliche Demokratie spricht. Deutschland muss die Ukraine gegen Putins Dritter-Weltkriegs-Wahn auch mit Waffen unterstĆ¼tzen. Dieser Krieg gegen Putin ist ein Freiheitskrieg auch fĆ¼r unsere Freiheit. Uns kostet er nur Geld und Nerven ... Das Wort Freiheitskrieg hat Ć¼brigens Heinrich Heine erfunden. Darum liebe ich sein Gedicht Enfant perdu. Heine lebte in der Zeit der Freiheitskriege gegen Napoleon. Er hatte die Fantasie, das Modewort in den Singular zu setzen: Der Freiheitskrieg unter der Menschheit tobt schon seit der Steinzeit."

Di., 01.11.2022 - 10:19 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Di., 01.11.2022 - 11:40

Demographie: Bevƶlkerungspolitik - Angriffs- und Vernichtungskrieg - Assimilierung:
.

Russlands PrƤsident Putin wƤhlte vor der versammelten Politelite am 21. April 2021 in der ā€žManezh Central Exhibiton Hallā€œ in Moskau drastische Worte, um die dramatische Situation seines Landes zu beschrieben. ā€žDie demographische Entwicklung ist ein Notfallā€œ, resĆ¼mierte . Die Dinge seien nun leider einmal so. Dies gelte es zu akzeptieren, man mĆ¼sse den Umstand zugeben und *etwas* dagegen unternehmen.

Der russische PrƤsident Wladimir Putin hat den Finger in der jĆ¼ngeren Vergangenheit schon mehrmals persƶnlich auf diesen wunden Punkt gelegt. Bereits im Jahr 2006 erklƤrte er: Ā«Russland hat ein riesiges Territorium, das grƶsste der Welt. Wenn die Situation sich nicht Ƥndert, wird es bald einfach niemanden geben, der es verteidigt.Ā» 2007 bezeichnete Putin die Bevƶlkerungspolitik als Ā«erstrangige Aufgabe der russischen PolitikĀ». Und im November 2021 sagte er: Ā«Aus humanitƤrer Sicht und unter dem Gesichtspunkt der StƤrkung unserer Staatlichkeit sowie aus wirtschaftlicher Sicht ist das demographische Problem eines der wichtigsten.Ā»

In den kommenden 30 Jahren wird Russland rund ein Sechstel seiner Bevƶlkerung im erwerbs- und wehrfƤhigen Alter verlieren. Ƅhnlich geht es in der zweiten HƤlfte dieses Jahrhunderts weiter. Zusammengenommen wird Russland rund ein Viertel seiner aktiven Bevƶlkerung einbĆ¼ĆŸen, wie aus Projektionen der Vereinten Nationen  hervorgeht, die vor Kriegsbeginn erstellt wurden. Allerdings besteht die eigentliche Ā«heraufziehende KatastropheĀ» fĆ¼r die russische politische Elite nicht primƤr im BevƶlkerungsrĆ¼ckgang, sondern in der ā€“ vermeintlich daraus folgenden ā€“ schwindenden Weltgeltung. Ā«Weniger Volk bedeutet weniger SouverƤnitƤtĀ», bemerkte dazu 2007 der Vorsitzende des russischen Rechnungshofes, Sergej Stepaschin.

Um 1900 hatte Russland (das eigentliche Russland innerhalb des Zarenreichs) mit rund 87 Millionen Einwohnern die drittgrƶsste Bevƶlkerung der Welt. In der ersten HƤlfte des 20. Jahrhunderts brachen dann aber gleich mehrere demographische Katastrophen Ć¼ber Russland herein: Schon im Ersten Weltkrieg fielen mehr als 1,8 Millionen Soldaten, was zu einem MƤnnermangel und dadurch zu weniger Ehen fĆ¼hrte, aus denen Kinder hervorgingen. Der Krieg ging nahezu nahtlos in den BĆ¼rgerkrieg zwischen Bolschewiki und den AnhƤngern des Zaren Ć¼ber, der wiederum Millionen von Todesopfern forderte. Mƶglicherweise verlor Russland zwischen 1914 und 1921 etwa 30 Millionen Menschen ā€“ mehr als im Zweiten Weltkrieg. Auf den BĆ¼rgerkrieg folgten die Stalinschen SƤuberungen, die im Ā«Grossen TerrorĀ» von 1936 bis 1938 ihren Hƶhepunkt fanden. Diesen SƤuberungswellen fielen mindestens 3 Millionen Menschen zum Opfer; manche Historiker nennen aber weit hƶhere Zahlen ā€“ die SchƤtzungen gehen bis zu 22 Millionen. Diese sehr hohen Angaben dĆ¼rften aber vermutlich Opfer des Zweiten Weltkriegs enthalten. Dieser forderte einen enormen Blutzoll; die Verluste der Sowjetunion betrugen schƤtzungsweise 13 Millionen Soldaten und 14 Millionen Zivilisten. 1943, mitten im Krieg, wurden nur rund 1 Million Kinder geboren (zum Vergleich: 1939 waren es 4,3 Millionen). Dieser historische Tiefstand lƶste eine demographische Ā«WelleĀ» aus, deren Tal etwa alle 25 Jahre wiederkehrt ā€“ so beispielsweise um 1968 herum oder 1993, die beide geburtenschwache JahrgƤnge waren.

Bereits kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion, auf den in Russland ā€“ wie auch in den anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion ā€“ eine tiefe ƶkonomische und gesellschaftliche Krise folgte, kam es neuerdings zu einem markanten Niedergang der Geburten. WƤhrend mehr als einer Dekade sank die Zahl der Geburten beinahe unablƤssig, bis um die Jahrtausendwende eine leichte Erholung einsetzte.
Die Zahl der Russen, die sich heute in ihren Zwanzigern und Dreissigern befinden, ist aufgrund dieser Entwicklung relativ klein. Auch dieses demographische Wellental beginnt sich jetzt auf die Gesamtpopulation auszuwirken, da diese JahrgƤnge nun das Alter erreicht haben oder bald erreichen werden, in dem sie selber Kinder haben. VerschƤrft wurde der GeburtenrĆ¼ckgang durch frei verfĆ¼gbare VerhĆ¼tungsmittel, die zu Sowjetzeiten nur schwer zu erhalten waren. Hinzu kam eine unfassbar hohe Zahl von Abtreibungen: Die HƤufigkeit von SchwangerschaftsabbrĆ¼chen war in Russland 2010 weltweit am hƶchsten. 1992 standen gemƤss einem Bericht der RAND-Corporation 225 Abtreibungen 100 Geburten gegenĆ¼ber, und auch noch im Jahr 2000 wurden rund 70 Prozent aller Schwangerschaften abgebrochen.
Die FertilitƤtsrate fiel von 2,2 Kindern pro Frau in den spƤten Achtzigerjahren auf zeitweise weniger als 1,2 Kinder pro Frau. In entwickelten Gesellschaften gilt eine FertilitƤtsrate von 2,1 Kindern pro Frau als Schwellenwert fĆ¼r den Bestandserhalt der Bevƶlkerung: Sinkt die FertilitƤtsrate unter diesen Wert, schrumpft die Bevƶlkerung ohne Zuwanderung. Hƶhere Sterberate als Geburtenrate!

Putins 2012 verkĆ¼ndeter Plan, dass die russische Bevƶlkerung bis 2050 auf 154 Millionen Einwohner zunehmen solle, ging nicht auf. 2017 sank die Zahl der Geburten plƶtzlich stark ā€“ und nahm danach bis 2021, dem Jahr mit den letzten verfĆ¼gbaren Zahlen, weiter ab. 2020 war zusƤtzlich ein steiler Anstieg der TodesfƤlle zu verzeichnen, der sich 2021 ungebremst fortgesetzt hat. Zwischen MƤrz 2020 und Januar 2022 starben rund 1 Million Menschen mehr, als gemƤss Zahlen aus den Jahren von 2015 bis 2019 zu erwarten gewesen wƤren. Diese Ɯbersterblichkeit ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf die Corona-Pandemie zurĆ¼ckzufĆ¼hren.

Diese dramatische demographische Krise trifft auch die russische Armee. Die geburtenschwachen JahrgƤnge von Ende der Neunziger- und Anfang der Nullerjahre bilden nun das Reservoir, aus dem die Armee ihre MannstƤrke von rund 900'000 schƶpfen muss. Dies bedeutet, dass Verluste weit weniger einfach ausgeglichen werden kƶnnen. Und das demographische Problem der russischen Armee wird sich voraussichtlich drastisch verschƤrfen. Ein UNO-Bericht aus dem Jahr 2019 ā€“ also noch vor der Corona-Pandemie und dem Krieg ā€“ hat fĆ¼r 2020 die Zahl der MƤnner zwischen 20 und 34 Jahren auf 14,25 Millionen veranschlagt. Diese Zahl werde laut der mittleren SchƤtzung voraussichtlich bis 2025 auf nur noch 11,55 Millionen sinken ā€“ und bis 2030 sogar auf 11,23 Millionen. Falls diese Prognosen zutreffen, heisst das, dass die Zahl der wehrfƤhigen MƤnner im Lauf der Zwanzigerjahre um etwa 20 Prozent abnehmen wird.

Ā»Wie andere weiƟe Nationalisten auch, ist Putin von Demografie besessen und von der Angst getrieben, dass seine Rasse zahlenmƤƟig in die Minderheit geraten kƶnnteĀ«, schreibt der US-Historiker Timothy Snyder von der Yale-University. In einer groƟ angelegten Analyse  fĆ¼r die aktuelle Ausgabe des AuƟenpolitikfachblatts Ā»Foreign AffairsĀ« seziert er Putins krude Ā»rassische ArithmetikĀ«, der sein Krieg folgt: Ā»Die ersten russischen Soldaten, die im Kampf getƶtet wurden, waren ethnisch gesehen Asiaten aus dem Osten Russlands, und viele, die seither gestorben sind, waren zwangsrekrutierte Ukrainer aus dem Donbass. Ukrainische Frauen und Kinder sind nach Russland deportiert worden, weil sie als assimilierbar gelten, als Leute, die als VerstƤrkung fĆ¼r die weiƟe russische Bevƶlkerung dienen kƶnnen.Ā« Zugleich verfolge die russische FĆ¼hrung die Strategie, Afrika und Asien in Lebensmittelkrisen zu stĆ¼rzen, weshalb der RĆ¼ckgang der Getreidelieferungen aus der Ukraine bewusst einkalkuliert sei: Ā»Nichts an diesem Hungerplan spielt sich im Verborgenen abĀ«, schreibt Snyder. Es liege alles offen zutage und werde auch so von den Propagandisten des Kremls benannt. Mit liberalen Vorstellungen von universellen Werten, Menschenrechten und friedlichem Interessenausgleich hat derartiges Gedankengut nichts zu tun. Es handelt sich um reine, rohe Machtpolitik, getrieben vom fatalistischen Glauben an einen VerdrƤngungskampf der Vƶlker. Nach dem Motto: Es kann nur wenige Herrennationen geben. Die anderen werden assimiliert, unterjocht oder ausgelƶscht.

Womƶglich bezweckt die expansionistische Politik des Kremls unter anderem tatsƤchlich (auch), den BevƶlkerungsrĆ¼ckgang Russlands durch den Anschluss ukrainischer Gebiete zu bremsen. Ganz abgesehen davon, dass aus allenfalls einverleibten ukrainischen Bevƶlkerungsgruppen wohl kaum loyale Untertanen des Kremls wĆ¼rden, dĆ¼rfte dies zum Scheitern verurteilt sein: Durch den Krieg in der Ukraine hat Putin die demografische Krise, die er so fĆ¼rchtet, nur noch angeheizt.
Nun sollen/mĆ¼ssen also die Weissrussen (Belarussen), die Kleinrussen (Ukrainer), alle in den Nachbarstaaten lebenden Russen (Heimholen der Gebiete) und wohl auch die Kasachen und andere zu Russen werden, um dem Volk seine notwendige und bedeutende zahlenmƤƟige Masse zu geben: Imperialismus, Faschismus, Rassismus, Nazismus - alles in einem: eine vƶlkische Verbrecherbande im Kreml.
Potentaten rund um den Globus schauen Putin dabei zu. Sollte er aus dem von ihm begonnenen Krieg so hervorgehen, dass er sich als Gewinner inszenieren kann, wƤren wohl nirgends mehr Grenzen sicher. Ein russischer Sieg wƤre ein gefƤhrlicher PrƤzedenzfall, dessen Bedeutung weit Ć¼ber Europa hinausreicht. In einer Welt zunehmender demographischer Ungleichgewichte stĆ¼nden eine Menge Konflikte bevor, manche davon kƶnnten mit Atomwaffen gefĆ¼hrt werden.

Die Weltgemeinschaft wƤre gut beraten, sich gegen dieses Szenario zu wappnen, indem sie gemeinsam Russland in die Schranken weist. Momentan machen die Ukraine und ihre westlichen UnterstĆ¼tzer allein die Arbeit. Sie ā€“ beziehungsweise wir ā€“ tragen den Ć¼berwiegenden Teil der menschlichen, militƤrischen und wirtschaftlichen Kosten. Der Westen versucht, eine internationale Ordnung zu erhalten, die dabei ist, unter die Panzerketten zu kommen. Die anderen schauen zu und versuchen, sich opportunistisch zu bereichern, zum Beispiel durch den Kauf von billigem, weil sanktioniertem russischen Ɩl und Gas.
Im Kern ist es ganz simpel: Um ein Peak-Power-Domino zu verhindern, muss Russland diesen Krieg verlieren.
Whatever it takes.

(Quellen: verschiedene Fachartikel, Expertenaussagen, Originalzitate; besonders: watson.ch, spiegel.de)

Di., 01.11.2022 - 11:40 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Di., 01.11.2022 - 13:31

Der Beitrag gibt doch gerade einen wesentlichen Teil des historischen Kontextes wieder; die angefĆ¼hrten Fachartikel und besonders die BĆ¼cher erklƤren umfassende Teile des historischen Kontextes. Im besonderen auch die Zitate von Putin und dessen Vertraten selbst. Zitate werden wohl auch Sie als Wirklichkeit, als Fakten anerkennen.
.
Zitat: ā€œGenau diese Haltung wird den Krieg ins Endlose weiterfĆ¼hrenā€: wiederum setzen Sie Meinung/Behauptung mit Fakten gleich: erkennen Sie die gewichtige Trennung von Fakten, Behauptung und Meinung wirklich nicht? Der Satz ist Ihre MEINUNG, und nicht Tatsache - Sie wollen die Netiquette und eine gesunde Diskussionskultur partout nicht annehmen.
.
Meine Ansicht zum Kommentar: genau ā€œdiese Haltungā€ ist die einzige, die den Krieg nachhaltig beenden wird - alles andere wird Expansion, Imperialismus, Kriegslust, Faschismus und Rassismus der Verbrecher im Kreml in die Zukunft weiterleiten. Diese verbrecherische Clique ist wie eine radioaktiv verstrahlte Quelle: nur das Wegsperren hinter Blei wird verhindern, dass sie mit Ihrem faschistischen Gift weiter die Zukunft belasten.
.
Es hat seinen Grund, dass Sie mit keinem Wort auf die Fakten und vor allem auf die Zitate Putins und seiner Handlanger eingehen: Wegschauen und Ohren zu erscheint mir Ihre Devise zu sein, so meine Meinung.

Di., 01.11.2022 - 13:31 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Di., 01.11.2022 - 15:49

Ich empfinde es noch immer eigenartig bis sehr irritierend, wie Sie mit mit Fakten, Behauptungen, Meinungen umgehen: dieser neue Kommentar von Ihnen zeigt, dass sie diese weiterhin einfach gleichsetzen: Ihre Meinung zu etwas wird als Behauptung formuliert und im Weiteren dann als Tatsache betrachtet. Dies belegen Sie dann aufgrund eines einzigen Buches, welches in seiner formalen und inhaltlichen Richtigkeit sehr kritisiert wir: nur dieses Narrativ gilt fĆ¼r sie - so scheint es. Auf alle anderen Informationen, insbesondere auf direkte Aussagen von Putin und Konsorten, gehen Sie einfach nicht ein, ja ignorieren diese offensichtlich. SelbstverstƤndlich steht Ihnen dies frei.
Sie schreiben: ā€žDer Westen hat seit dem Zusammenbruch der UDSSR seine hegemoniale Politik im ehemaligen Gebiet des Warschauer Pakts unerbittlich weitergetriebenā€¦ā€œ und behaupten dies einfach. Dies ist, so meine Informationen und hier vielfach mit Quellen belegt, weder richtig (die Staaten in Osteuropa sind souverƤn in ihren Entscheidungen, und mussten nie und mĆ¼ssen nicht Putin um Erlaubnis fragen, wie sie sich ausrichten dĆ¼rfen), noch ist dies der Grund fĆ¼r diesen Angriffskrieg: das ist das simple und verlogene russische Narrativ, die wirklichen Ursachen sind - so zeigen die meisten seriƶsen Quellen -
- der demographische Zustand Russlands,
- seine fehlende Wirtschaftskraft (dazu braucht er Europa),
- sein Revanchismus,
- seine imperialen GelĆ¼ste,
- sein Willen, mit Autoritarismus seine Macht zu erhalten,
- und daher die Freiheit des Menschen und die Demokratie von seinen Grenzen fern zu halten.
- .
Die Ursachen fĆ¼r diesen brutalen Angriffs- und Vernichtungskrieg haben nicht viel mit dem restlichen Europa zu tun, sehr viel aber mit Russland selbst und seiner fehlgeleiteten Elite.
Das Motto, der andere trƤgt an dem Schuld, was ich tu, ist psychologisch ein sehr infantiles.
Der TƤter ist der TƤter und bleibt der TƤter.
.
Sie schreiben: ā€žAuch dies wenn man so will eine Vorgangsweise wie eben Geopolitik so istā€œ: das ist faktisch falsch: so ist Geopolitik (was immer Sie darunter verstehen) nicht, so ist Russland unter Putin, so ist Putin, so ist das russische Narrativ, das Sie vollumfƤnglich Ć¼bernehmen, wie sich zeigt und wie Sie beharren.
.
Sie schreiben: ā€žRussland vernichtenā€œ: niemand will Russland vernichten, das ist auch so ein russisches Narrativ, eine russische Paranoia: sehr wohl aber will Russland die Ukraine vernichten - das ist Fakt. TƤglich.
Niemand will in Russland einmarschieren, niemand will Russland bekriegen: Russland aber droht der ganzen Welt mit (hybridem) Krieg - auch das ist Fakt. TƤglich.
Sie erkennen die TƤter-Opfer-Umkehr, die Sie hier vorlegen?
Ich weiƟ, dass es ziemlich aussichtslos ist, jemandem, der ideologischen oder verschwƶrungstheoretischen Narrativen erlegen ist, mit Argumenten einen andere Sichtweise aufzuzeigen: es wird nicht gelingen. Darum sei wenigstens der Versuch gewagt, auf unrichtige und sich widersprechende Aussagen in diesem unseligen paranoiden Narrativ Putins hinzuweisen:
Putin sagte vor der versammelten Politelite am 21. April 2021 in der ā€žManezh Central Exhibiton Hallā€œ in Moskau drastische Worte, um die dramatische Situation seines Landes zu beschrieben: ā€žDie demographische Entwicklung ist ein Notfallā€œ. Die Dinge seien nun leider einmal so. Dies gelte es zu akzeptieren, man mĆ¼sse den Umstand zugeben und *etwas* dagegen unternehmen.
Er unternimmt gerade etwas dagegen:
https://www.salto.bz/de/comment/113662#comment-113662

Aber auch Putins ureigene Worte und Putins ureigene Absicht, in Moskau geƤuƟert, werden Sie nicht akzeptieren.

Di., 01.11.2022 - 15:49 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Di., 01.11.2022 - 17:38

"Das ist kurz gesagt, der Stand, der wie gesagt, nicht viel anders dargestellt werden kann".
Ich weiƟ, es kommt bei ihnen nicht an: dies ist lediglich Ihre Meinung (Meinung!), die Sie mit einem Buch und einer Theorie zu untermauern versuchen.
Diese Ihre Meinung ("das ist kurz gesagt, der Stand") ist in meinen Augen, nach meinen Recherchen und der vielen Fachartikel und BĆ¼cher, welche ich beilegte, unrichtig - und nichts als das Narrativ Putins oder Russlands, ganz wie man will.
In diesem Narrativ gibt es keine souverƤnen Staaten, keine UNO-VertrƤge, keine Menschenrechte, keine freie Entscheidung von Menschen, Vƶlkern, Staaten - in diesem Narrativ gibt es nur das Recht des StƤrkeren.
Was fĆ¼r eine gewalttƤtige Welt voller Kriege und Kriegsverbrechen, voller Vernichtung, Mord und Totschlag wĆ¼rde uns erwarten, wĆ¼rde dieses ihr Narrativ, nach dem der StƤrkere alles darf und der SchwƤchere sich zu fĆ¼gen hat, durchsetzen.
Mit derselben Ihrer Argumentation mĆ¼ssen wir dann Moldavien und Georgien aufgeben, dann RumƤnien und Bulgarien, das Baltikum, Polen, letztlich uns selbst: immer gilt Ihr Narrativ.
Putin fĆ¼hrt dann - wie er sagt - Russland zurĆ¼ck in seine Grenzen von 1914. Auch wenn das keines der Vƶlker, welche er unterjochen oder auslƶschen will, mƶchte.
.
NatĆ¼rlich ignorieren Sie weiterhin alle anderen Hinweise, im besonderen die Worte Putins selbst.
Sie wollen hier einer kleinen Minderheitenmeinung, welche ausschlieƟlich und vƶllig dem russischen Narrativ folgt, AllgemeingĆ¼ltigkeit geben, indem Sie vor der groƟen Mehrheit der Forschung der letzten 15 Jahre zur Ukraine und allem, was Putin selbst sagt und tut, die Augen und Ohren verschlieƟen.
NatĆ¼rlich dĆ¼rfen Sie dies - es macht den Blick der anderen, auch meinen, umso klarer - und, im Sinne des einleitenden Gedichtes dieses Artikels, umso dringlicher, nur ja nicht nachzugeben.
Jede Generation, jede Zeit muss die Freiheit immer wieder neu definieren und verteidigen.
Heute tut dies die Ukraine mit dem Blut seiner BĆ¼rger, und wir helfen mit Sachlieferungen, Geld und Waffen, so gut wir es eben vermƶgen.
Wehret diesen "FĆ¼hrern", sie brachten immer nur und bringen nur Unheil!
Slava Ukraini.

Di., 01.11.2022 - 17:38 Permalink
Bild
Salto User
Manfred Gasser Di., 01.11.2022 - 22:09

Und Sie glauben wirklich, dass Russland aus den besetzten Gebieten, und ich meine alle besetzten Gebiete, abziehen wĆ¼rde, wenn die Ukraine einer NeutralitƤt, und einer weitreichenden Autonomie dieser Gebiete zustimmen wĆ¼rde? Sie glauben wirklich, dass Putin aus diesem Krieg als Verlierer aussteigen kann, ohne seinen Anspruch auf die totale Macht in Russland zu verlieren? Ich denke, er kommt da nicht mehr raus, nicht mal wenn er es wollte. Ich denke, er muss diesen Krieg gewinnen, um an der Macht zu bleiben, und genau das macht ihn so gefƤhrlich.

Di., 01.11.2022 - 22:09 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Ludwig Thoma
Ludwig Thoma Mi., 02.11.2022 - 20:36

Whatever it takes? HeiƟt das, dass ich mich schon mal darauf einstellen kann, dass ich mich dem Vorwurf aussetzen muss, der Kreml Propaganda auf den Leim gegangen zu sein, weil ich den atomaren Erstschlag gegen Russland nicht bedingungslos gut heiƟe?

Mi., 02.11.2022 - 20:36 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Do., 03.11.2022 - 09:10

Antwort auf von Ludwig Thoma

Ich versuche, positiv zu bleiben, und in Ihrem Extremismus und Ihrer Lust auf Angriff, Streit und Eskalation Ihre eigentlichen BeweggrĆ¼nde zu erfassen: einer Ahnung, was mit Ihnen los ist und was Ihre eigentlichen Ziele sind, kann ich mich nicht verschlieƟen. Es sei aber hier unerwƤhnt.
.
Zur Sache (ich gehe davon aus, dass Sie das eigentlich erfassen, andernfalls ist eh jedes Wort umsonst):
ā€œWhatever it takes?ā€ gilt selbstredend stets im Kontext. Wenn ich einem Freund in Sorge&Not sage, ā€˜was immer du brauchst, was immer nƶtig ist, mit dem stehe ich dir beiā€™, dann meine ich nicht, dass ich fĆ¼r ihn eine Bank ausraube, einen Mord begehe, oder mich selbst verleugnen wĆ¼rde. Wer klaren und reinen Herzens ist, fĆ¼r den versteht sich (dieser gesetzlich-moralische) Kontext von selbst.
Zudem begehen Sie in meinen Augen wieder offensichtliche TƤter-Opfer-Umkehr (Ihr ā€œSteckenpferdā€, darin sind Sie gut, so meine Meinung), indem Sie dem Westen, dem Schreiber, den Erstschlag mit Atomwaffen vorhalten, obwohl diese die Verwendung von Atomwaffen mehrfach und kategorisch ausgeschlossen haben, dies sogar, sollte Russland solche Atomaren Waffen taktisch einsetzen. Dem entgegengesetzt haben Russland, Putin, Medwedew, Staatsfernsehen seit dem 24. Februar bereits Ć¼ber 100 Mal mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht.
Diese TƤter-Opfer-Umkehr erscheint mir, nein nicht nur, sie ist verwerflich.
.
Sie kritisieren NICHT den TƤter, der etwas 100fach androht, Sie versuchen krampfhaft das Opfer zu kritisieren, dem dies angedroht wird, das seinerseits sogar die atomare Antwort ausschliesst: geht es entlarvender? Ich meine: nein!
.
NatĆ¼rlich stehen Sie der Kremlpropaganda zur Seite, wie sich in diesem Kommentar zeigt. Ich nehme Ihren Zynismus auf und sage, Sie zitierend (siehe oben): ā€œIch bin sprachlos ob solch inhaltlich fundierter Kritikā€.

Do., 03.11.2022 - 09:10 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Ludwig Thoma
Ludwig Thoma Do., 03.11.2022 - 21:24

Antwort auf von Peter Gasser

Ich habe nur gefragt, niemandem etwas vorgehalten, keine TƤter Opfer Umkehr und was Sie sonst noch alles in meine Frage hinein interpretieren. Aber danke fĆ¼r Ihre ErklƤrungen. Ich kann nur hoffen, dass es dabei bleibt, dass man selbst den Zweitschlag ausschliesst und nicht irgend ein Politiker mit einer "Zeitenwende" aufwartet.

Do., 03.11.2022 - 21:24 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Ludwig Thoma
Ludwig Thoma Fr., 04.11.2022 - 13:46

Antwort auf von Manfred Klotz

Die Nato ā€žmuss die Mƶglichkeit eines Atomwaffeneinsatzes durch Russland ausschlieƟen. Wichtig ist aber ā€“ ich wende mich wie vor dem 24. Februar deshalb an die Weltgemeinschaft ā€“ dass es PrƤventivschlƤge sind, damit sie wissen, was ihnen blĆ¼ht, wenn sie sie anwenden.ā€œ Er betonte: ā€žNicht umgekehrt: Auf SchlƤge von Russland warten, um dann zu sagen: ā€šAch du kommst mir so, dann bekommst du jetzt von unsā€˜ā€œ.
https://www.welt.de/politik/ausland/article241463085/Selenskyj-irritierā€¦
Selenski wurde natĆ¼rlich falsch verstanden.

Fr., 04.11.2022 - 13:46 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Manfred Klotz
Manfred Klotz Fr., 04.11.2022 - 16:15

Antwort auf von Ludwig Thoma

Steht sogar im Artikel, den Sie verlinkt haben: "Selenskyjs Sprecher Serhij Nykyforow betonte umgehend, dessen Forderung sei falsch verstanden worden. Der ukrainische PrƤsident habe lediglich gesagt, vor dem 24. Februar ā€“ dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ā€“ seien PrƤventivmaƟnahmen nƶtig gewesen, um den Krieg zu verhindern."
AuƟer Sie wissen besser als sein Sprecher oder sogar Selenskyj selbst, was Selenskyj eigentlich sagen wollte.

Fr., 04.11.2022 - 16:15 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Do., 03.11.2022 - 00:18

Es gibt nur einen, der den Krieg stƤndig ausweitet: Putin. (kein einziger ukrainischer Soldat steht auf russischem Boden).
Sie verstehen meiner Ansicht nach nicht, dass vƶllig unbedeutend ist, was WIR tun oder wollen, Putin entscheidet nach SEINER Agenda, nicht nach unserer. Putin will imperial erobern, sein Ziel ist Russland 1914.
.
Sie ignorieren einfach die wirklichen KriegsgrĆ¼nde, welche Putin antreiben.

Do., 03.11.2022 - 00:18 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Do., 03.11.2022 - 10:55

... es macht nix, es hilft nix: Sie bleiben bei Ihrem russischen Narrativ - und stellen weiterhin Meinung als Behauptung dar.

Obwohl ich Ihre Links und BĆ¼cher recherchiere und mich damit auseinandersetze, tun Sie dies mit den von mir angegebenen Fachexpertisen und BĆ¼chern nicht. Sogar Aussagen Putins selbst scheinen Ihnen, so zeigt es sich, unbedeutend und irrelevant; was fĆ¼r Sie offensichtlich einzig zƤhlt, ist nur das propagandistische (und meiner Auffassung nach in weiten Teilen unrichtige und vielfach belegt nicht ursƤchliche) ewige Narrativ der Geoploitik, in der der Starke alles darf und der Schwache alles erdulden muss, weder EigenstƤndigkeit noch SouverƤnitƤt haben darf.
.
Sagen Sie, gibt es das ukrainische Volk, und darf dieses als Staat selbst entscheiden, was es mƶchte: nach der rĆ¼ckstƤndigen, imperialen, autoritƤren und von Geheimdiensten gesteuerten ā€œrussischen Weltā€, oder - nachdem Ć¼ber 10 Jahre Millionen Ukrainer im ā€˜Westenā€™ gearbeitet haben, un diese unsere Welt kennenlernten -nach der ā€˜westlichen freien Lebensartā€™, nach der auch Sie und ich leben?

Do., 03.11.2022 - 10:55 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Do., 03.11.2022 - 14:52

Hilflos.... Zitat: ā€œDie einfachen von den Staatsmedien prƤsentierten und von manchen denen nachbetenden Experten prƤsentierten "Wahrheiten" genĆ¼genā€:
Um Ihre Diktion aufrechtzuerhalten, beten jetzt Experten (Soziologen, Historiker, MilitƤristoriker, Experten verschiedenster Fachgebiete) und Autoren von SachbĆ¼chern die Journalisten von ā€œStaatsmedienā€ nach (anders als in Russland sind bei uns Staatsmedien nur ein kleiner Teil des Medienspektrums), und nicht, was natĆ¼rlich Wirklichkeit ist, informieren Medien Ć¼ber das was Fachleute und Autoren sagen.
.
Sie meinen das jetzt wirklich so: Experten und Autoren von BĆ¼chern rufen bei Staatsmedien an und fragen dort, was sie schreiben sollen?
Krass... wir mĆ¼ssen den Dialog wohl doch lassen, das ist mir zu hahnebĆ¼chen... das ist Verschwƶrungstheorie in Reinkultur - da steige ich aus.

Do., 03.11.2022 - 14:52 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Stefan S
Stefan S Do., 03.11.2022 - 17:56

Antwort auf von Peter Gasser

"da steige ich aus."
Wundert mich eh schon wieviel Geduld und Zeit Sie mit dem Schwurbler FF hier aufbringen.
FF geht in keinster Weise auf Argumente und Fragen ein und betet immer den gleichen Mist runter welcher sogar noch direkt von anderen SchwurbelkanƤlen einkopiert wird.

Do., 03.11.2022 - 17:56 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Ceterum Censeo
Ceterum Censeo Do., 03.11.2022 - 21:49

Antwort auf von Peter Gasser

"Die einfachen von den Staatsmedien prƤsentierten und von manchen denen nachbetenden Experten prƤsentierten "Wahrheiten"

das ist eben Unsinn - danke Herr Gasser, es gibt nicht "Die Staatsmedien", wir haben keine Gleichschaltung.
Die Gleichschaltung hat man aber in Russland, und von deren Medien Ć¼bernehmen die angeblich Erleuchteten ihre LĆ¼gen.

Do., 03.11.2022 - 21:49 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Manfred Klotz
Manfred Klotz Do., 03.11.2022 - 15:19

Ja die Verhandlungen hƤtte vielleicht schon frĆ¼her beginnen sollen. Etwa 2014 als Russland gar nicht mal so versteckt bereits in den Donbass einmarschiert ist. Und Sie sehen, der Urheber des Konflikts ist immer der gleiche, auch wenn Sie noch so krampfhaft versuchen das Vorgehen Putins zu verteidigen.

Do., 03.11.2022 - 15:19 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Ludwig Thoma
Ludwig Thoma Do., 03.11.2022 - 20:37

Antwort auf von Manfred Klotz

@klotz, interessanter Link.
Precht/Welzer schreiben in ihrem Buch unter anderem, dass zum Zeitpunkt des "offenen Briefes" gegen Waffenlieferungen an Scholz laut Umfragen Ć¼ber 40% der Befragten gegen direkte Waffenlieferungen von Deutschland an die Ukraine waren. In den Talkshows wurden die "Intellektuellen" aber als Vertreter einer absoluten Randgruppe dargestellt. Einen Meinungsaustausch und eine Debatte gibt es nicht mehr. Bei Lanz &co. kann dann einer gegen 4 andere (oft samt Talkmaster) seinen Standpunkt darlegen und wird zwangslƤufig schlecht aussehen. Die Ć¼ber 40% werden ganz einfach nicht mehr reprƤsentiert (egal ob sie jetzt richtig oder falsch liegen) und wenden sich "alternativen" Medien zu, was schƤdlich fĆ¼r die Demokratie ist, so eine These im Buch.

Do., 03.11.2022 - 20:37 Permalink
Bild
Profil fĆ¼r Benutzer Peter Gasser
Peter Gasser Do., 03.11.2022 - 21:56

Antwort auf von Ludwig Thoma

Betrachten wir gemeinsam die Konsequenz nicht erfolgter UnterstĆ¼tzung der Ukraine mit Waffen:
die gesamte Ukraine wƤre lƤngst erobert, ein Terrorregime wĆ¼rde alle Ukrainer gewaltsam zu braven Russen machen, Unfreiheit und Kolonialismus die Zukunft; Georgien und Moldavien wƤre ebenfalls erobert, RumƤnien und Bulgarien auch, in Finnland begƤnne der Krieg, das Baltikum ist gefallen: nun steht Putin vor Polen, und mit derselben BegrĆ¼ndung wie bei der Ukraine wird auch Polen nicht unterstĆ¼tzt: schlieƟlich darf man Putin nicht reizen, und eine Atommacht verliert sowieso nie einen Krieg...
...ja, da hƤtten wir heute das tausendjƤhrige hĆ¼ddlerā€™rsche Reich in Europa, hƤtte man auch damals so gedacht.
.
... mit Vollgas zurĆ¼ck ins 19. Jahrhundert, nicht Rechtsstaatlichkeit und internationale VertrƤge, sondern vƶlkischer Wahnsinn und unberechenbare Tyrannen. Gott bewahre uns vor einer putinschen Welt.
Slava Ukraini.

Do., 03.11.2022 - 21:56 Permalink