Politik | Kundgebungen

Mehr als eine Million auf der Straße

Hunderttausende Menschen demonstrierten in den letzten Tagen in Deutschland gegen die AfD und Rechtsextremismus. Auslöser war ein Geheimtreffen der Szene nahe Potsdam.
Demo gegen Rechtsextremismus in Frankfurt
Foto: Mike Josef/Facebook
  • In Deutschland gehen seit eineinhalb Wochen Menschen auf die Straße, um gegen die AfD und rechtsextreme Bestrebungen zu demonstrieren. Alleine am vergangenen Wochenende waren Hunderttausende in Deutschlands Städten unterwegs, insgesamt demonstrierten mehr als eine Million Menschen für eine starke Demokratie. Auch für heute und die kommenden Tage sind weitere Kundgebungen geplant. 

  • Demos gegen Rechtsextremismus: Die Kundgebung am Siegestor in München wurde am gestrigen Sonntag wegen des großen Andrangs vorzeitig beendet, es waren laut Veranstaltungsteam bis zu 250.000 Menschen. Foto: Umweltinstitut München e.V./Facebook
  • Demo in Bremen: Laut dem Veranstaltungsteam sind 50.000 bis 70.000 Menschen am vergangenen Wochenende auf die Straße gegangen. Foto: Laut gegen Rechts - Bremen/Facebook

    Anlass für die anhaltenden Proteste ist die Berichterstattung über ein Treffen von Rechtsextremen, hochrangigen AfD-Funktionären und Vertretern der Werteunion der CDU. Laut der Investigativplattform Correctiv fand bereits im November nahe Potsdam ein geheimes Treffen statt, um Pläne für eine massenhafte Vertreibung von Menschen mit Migrationshintergrund zu besprechen. 

    Eine Reihe von Politikerinnen und Politikern äußerten sich positiv über die Proteste, etwa Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). „Die ganz große Mehrheit waren Bürgerliche, waren Vertreter der normalen Gesellschaft. Das ist ein positives Signal“, erklärt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im ZDF-Morgenmagazin. Die Proteste sollten aber auch einen „Weckruf für die Ampel“ darstellen, da die hohen Umfragewerte der AfD ein Zeichen der Enttäuschung über die amtierende Politik seien. 

    Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch betonte im Deutschlandfunk zudem, dass eine Demokratie nicht mit Demonstrationen gerettet werde. Es brauche den gesellschaftlichen Dialog mit Menschen, die noch nicht wissen, welche Partei sie wählen wollen und sich rechtsextremen Einstellungen zuwenden.