Mehr Wohnraum für Studierende
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Beim zweiten Versuch hat der jüngste Abgeordnete im Landtag, Zeno Oberkofler von der Grünen Fraktion, mehr Glück: Der abgeänderte Antrag der Grünen für mehr Wohnheimplätze in Bozen unterstützt dieses Mal auch Mitunterzeichner und SVP-Fraktionssprecher Harald Stauder, um Studierenden die schwierige Wohnungssuche zu erleichtern. Der Beschlussantrag wurde heute Vormittag mit 27 Ja-Stimmen und einer Enthaltung verabschiedet.
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„Wer sich für ein Studium entscheidet, investiert nicht nur in die eigene Ausbildung, sondern auch in die Gesellschaft“, erklärt der 28-Jährige. Studierende der Freien Universität (unibz) Bozen würden neue Perspektiven, Forschungskraft und Innovationsgeist ins Land bringen und entscheidend dazu beitragen, dass Südtirol Fachkräfte in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Digitalisierung und Wirtschaft sichern kann.
Aktuell kommen 27 Prozent der Studierenden der unibz aus dem Ausland – genau diese Gruppe brauche dringend ein passendes Wohnraumangebot. Denn die 700 Wohnheimplätze des Landes, 602 davon in Bozen und 123 in Brixen, reichen nicht aus. Dort kostet ein Einzelzimmer 360 Euro pro Monat. Im Vergleich dazu kostet ein Zimmer im Durchschnitt auf dem freien Markt zwischen 450 und 700 Euro pro Monat.
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Das Maßnahmenpaket
Die Landesregierung wird deshalb nun von dem Landtag beauftragt, über eine Ausschreibung Einfluss auf die Mietpreise in privaten Studierendenheimen zu nehmen, damit Zimmer zu einem gedeckelten, niedrigen Mietpreis vermietet werden. Für die Differenz zu einem durchschnittlichen Mietpreis auf dem freien Markt soll das Land einen Zuschuss drauflegen.
Ursprünglich hatte Oberkofler 50 neue Wohnheimplätze pro Jahr gefordert, doch das wurde nun offenbar gestrichen. Landesrat Philipp Achammer, zuständig für deutsche Bildung, Innovation und Forschung, hat immerhin angekündigt, ein neues Landesheim am Siegesplatz in Bozen zu errichten.
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Sind unsere Politiker jetzt…
Sind unsere Politiker jetzt komplett verrückt geworden?Jetzt zahlen wir sogar die Wohnungen für ausländische Studierende. Was kommt als Nächstes, subventionierte Privatjet-Flüge nach Hause?
Was genau bringt diese Ausgabe Südtirol? Was haben wir davon? Zahlen wir dafür um die Fachkräfte für andere Länder ausbilden zu dürfen?
Viele Studierende bleiben…
Viele Studierende bleiben auch nach dem Studium im Land. Das ist ein Vorteil für Südtirol, das u.a. chronisch an Fachkräftemangel leidet.
Fraglich erscheint, ob die xte Bezuschussung tatsächlich den Studierenden zugute kommt oder nicht wieder v.a. den Vermieter:innen.
Antwort auf Viele Studierende bleiben… von Corinna Lorenzi
Genau diese Sorge haben wir…
Genau diese Sorge haben wir im Vorschlag mitgedacht. Deshalb schicke ich hier den beschließenden Teil: Wir haben ausdrücklich berücksichtigt, dass der Beitrag einen realen Effekt auf die Zimmerpreise haben muss und dass keine Spekulation entsteht.
Die Landesregierung wird beauftragt:
1. über eine Ausschreibung Einfluss auf die Mietpreise in privaten Studierendenheimen zu nehmen, indem im Falle der Verpflichtung des privaten Trägers, die Zimmer zu einem gedeckelten, niedrigen Mietpreis zu vermieten, die Differenz zu einem durchschnittlichen Mietpreis auf dem freien Markt vom Land bezuschusst wird;
So kommt die Unterstützung tatsächlich den Studierenden zugute. Dadurch, dass nur eine differenz zum durchschnittlichen Marktpreis (der von der Landesregierung erhoben wird) bezuschusst wird, können private nicht damit spekulieren.
Antwort auf Genau diese Sorge haben wir… von Zeno.Oberkofler
Könnten Sie bitte erklären,…
Könnten Sie bitte erklären, wie dieser Beschluss Südtirol oder den Südtirolern zugutekommt?
Frau Lorenzi meinte, dass Studierende danach hier bleiben würden. Das macht keinen Sinn, denn nur etwa 20 % der Studierenden bleiben hier, und der Beschluss schafft keinerlei Anreize, dies zu ändern.
Oder ist das eigentliche Problem, dass die Universität Bozen zu wenige Studierende hat?
Falls das zutrifft, sind dann wirklich die Mietpreise das Hauptproblem? Andere italienische Universitäten wie Politecnico, Bocconi usw. verzeichnen jährlich neue Rekorde an ausländischen Studierenden trotz deutlich höherer Mietpreise und Studiengebühren als Bozen. Das Problem der Uni Bozen sind nicht die Mietpreise, sondern die Qualität der Ausbildung und die anschließenden Karrierechancen. Mit dieser Art von Subventionen ziehen Sie lediglich Studierende an die Uni Bozen, die studieren, weil sie nicht arbeiten wollen.
Das nächste Problem ist der Mietmarkt: Was passiert, wenn plötzlich jede noch so alte oder kleine Wohnung den durchschnittlichen Marktpreis verlangen kann? Die Preise der überigen Wohnungen werden steigen. Und anschließend müssen wieder Mietbeiträge vergeben werden, weil sich Arbeitnehmer keine Wohnung mehr leisten können.
Wann versteht ihr endlich, dass jeder eurer Eingriffe in den freien Markt neue Probleme schaffen? Es braucht Deregulierung, dann löst der Markt die Probleme selbst. Grünflächen sollten für den Bau von Wohnheimen und Wohnungen versteigert werden. Wenn ein Überfluss an Wohnungen entsteht, wird sogar der Ferrari Tower gezwungen sein, seine Preise zu senken. Und es gibt viele Unternehmer, die in Südtirol bauen wollen, ihr macht es jedoch so kompliziert und mit so vielen Auflagen, dass es weder interessant noch rentabel ist.
Antwort auf Viele Studierende bleiben… von Corinna Lorenzi
Hängt davon ab, was Sie…
Hängt davon ab, was Sie unter „viele“ verstehen. Etwa 20 % der Südtirolfremden, die in Bozen studieren, bleiben danach in Südtirol. (https://swz.it/studieren-in-suedtirol-ein-koenigreich-fuer-ein-bett/)
Das heißt, wir müssen fünf Studierende subventionieren, damit am Ende eine Person in Südtirol bleibt. Finden Sie das effizient?
„Wer sich für ein Studium…
„Wer sich für ein Studium entscheidet, investiert nicht nur in die eigene Ausbildung, sondern auch in die Gesellschaft“, erklärt der 28-Jährige.
Soso, heißt im Umkehrschluss, dass All jene welche sofort nach der Pflichtschule in die Arbeitswelt einsteigen, für die Gesellschaft nicht so "wichtig" sind. Typisch, Eliten fördern Eliten.
Antwort auf „Wer sich für ein Studium… von Interessierter
Nein heißt es nicht.
Nein heißt es nicht.
Ich habe mal an anderer…
Ich habe mal an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass z.B. die Subventionen für Photovoltaikanlagen zur sozialen Ungerechtigkeit geführt haben, dass meine Schulkollegen, die direkt nach der Schule arbeiten gegangen sind mir indirekt über die Eingänge aus unserer PV-Anlage das Studium finanziert haben.
Auch hier wittere ich eine soziale Ungerechtigkeit: Der normale Steuerzahler soll Studenten, die es sich leisten können in Bozen (teurer Standort) studieren zu können unter die Arme greifen? Ist das wirklich sinnvoll?
Wäre es nicht besser, wenn das Land einfach ein zusätzliches Studentenheim baut und die Mieteinnahmen daraus in den Landeshaushalt fließen, um so den normalen Steuerzahler zu entlasten?
Wäre interessant zu erfahren…
Wäre interessant zu erfahren, wo die Südtiroler studieren. Schätze, dass eine Mehrheit auswärts studiert (und so soll es auch sein). Bozen ist für viele auch zu teuer (Studiengebühren) was man so hört.
Antwort auf Wäre interessant zu erfahren… von nobody
Ich kann die Qualität…
Ich kann die Qualität diverser Studiengänge nicht beurteilen, was das Medizinstudium anbelangt, so halte ich allerdings nicht viel von der Bozner Uni, u.A. aus folgendem Grund:
Man kann in Südtirol nur das lernen, was es in Südtirol bereits gibt. Das heißt keiner der Absolventen in Bozen wird eine innovative, neue Technik etablieren, wenn er nicht nach dem Studium ins Ausland geht - doch genau das will man mit den Stipendien ja verhindern. Normalerweise sollte eine Universität ein Hort der Innovation sein. Im Medizinbereich ist die Bozner Uni das definitiv nicht. Nicht, weil sie sich nicht bemühen, sondern weil Bozen einfach nicht mir richtigen Universitätsstädten wie Wien, Graz, Linz, Innsbruck, Padova, München oÄ. mithalten kann. Leider wird hier aber Kirchturmpolitik betrieben und es werden Partikularinteressen verfolgt.
PS: Habe auch kein großes…
PS: Habe auch kein großes Interesse daran, dass ich mit meinem Steuergeld diese Provinzquasiuni füttern muss (abgesehen von der Bildungsuni in Brixen, die einen nachvollziehbaren Sinn für Südtirol hat, auch wenn die Studierenden nicht gerade hocherfreut mit der Ausbildung sind).