Ich bin Gesellschafter eines kleinen Handwerksunternehmens (gesamt 13 Pers.). Ich betone bewusst Handwerksbetrieb, denn das Rechtswesen ist nicht unser Bereich. Bei uns im Betrieb wird oft und viel diskutiert, polemisiert und philosophiert.
Letzthin war natürlich Corona und seine Folgen das große Thema. Dabei wurden u.a. folgende Fragen aufgeworfen.
Wieso wird bei Lohnausgleich nicht der gewohnte Nettogehalt ausbezahlt? Wieso soll ich meinen angereiften Urlaub aufbrauchen? Natürlich auch Fragen zu Familiengeld, Kindergeld .usw..
Unser gemeinsames Fazit: Es fehlt Geld ! ! ! . . wo ist das Geld ? ? ? . .
Ich als Unternehmer vertrete ja immer die Meinung, dass der Arbeitgeber den Bruttolohn direkt an den Arbeitnehmer überweisen sollte. Dieser muss anschließend (natürlich rechtlich zwingend) selbst in das Sozialsystem einzahlen. Also monatlich ca. 50% seines Bruttolohnes gehen in das Sozialsystem.
Genau hier beginnen unsere Fragen. Wir haben in unserem Betrieb mehrere Mitarbeiter zwischen 10 und 15 Dienstjahren. Glücklicherweise haben wir krankheitsbedingt fast keine Ausfälle. Wenn man bedenkt, dass in dieser Zeit mehrere 100.000 Euro in das Sozialsystem einbezahlt wurden, ist es nicht nachvollziehbar, wenn jetzt das Geld fehlt, um nicht einmal für 2 Monate den Nettolohn auszubezahlen. Jetzt in den Zwangsferien hat man Zeit über solche Dinge nachzudenken und je weiter man denkt, desto größer die Zweifel am System. Keine 2 Monate Lohn im Topf ! ? Wie soll dann die Rente bezahlt werden. Das einbezahlte Geld sollte doch für den Arbeitnehmer auf die hohe Kante gelegt sein; ähnlich als hätte er es zur Bank getragen. Oder ist dem nicht so? Ist es verliehen oder versenkt? Verlangt der Arbeitnehmer vom Unternehmen seine Abfertigung, muss diese ja auch ausbezahlt werden.
Kleine Beispielrechnung:
Beginnt ein Arbeitnehmer im Alter von 20 Jahren sein Arbeitsleben und geht mit 65 Jahren in Rente zahlt er in seinen 45 Arbeitsjahren ca. Euro 877.500 ein. (€ 1.500 an Sozialabgaben x 13 Monatsgehälter x 45 ).
Als Rentner hat er eine angenommene Lebenserwartung von 85 Jahre. Bezieht somit für 20 Jahre seine wohlverdiente Rente von ca. Euro 364.000,00 netto. (€ 1.400 an Rente x 13 Monate x 20 Jahre).
Verbleibt eine Differenz von € 513.500 ! ! ! !
Eine ganz schöne Summe. Wo ist dieses Geld. Ich bitte sie als Vertretung der Arbeitnehmer dieser Frage nachzugehen und meinen Mitarbeitern eine glaubhafte und schlüssige Erklärung abzugeben.
Hallo Herr Kofler,
einige Fragen zu Ihrer doch beeindruckenden Rechnung, an Sie und auch an alle besser Informierten als ich es bin.
Sind bei diesen 1500 Euro die Krankenversicherung, die Unfallversicherung und ähnliches schon eingerechnet?
Werden aus diesem grossen Topf auch alle Fälle finanziert, die, aus welchen Gründen auch immer, weniger, sehr viel weniger, oder auch so gut wie nichts einzahlen, ein sozialer Ausgleich sozusagen? Oder stimmt Ihre Vermutung, dass das eingezahlt Geld pro Einzahlenden auf die hohe Kante gelegt wird, was ich ehrlich nicht glauben kann, da ja immer gesagt wird, mit unseren Abgaben werden die momentanen Renten ausbezahlt.
Gibt es eine Statistik, die meine Fragen beantworten kann? Wäre sehr interessant, danke.
Soweit ich mich erinnern kann, funktioniert das Rentensystem nach dem Generationenvertrag: die heutigen Jüngeren (Lohnempfänger) zahlen für die Älteren (Ruheständler/Rentner). Inzwischen sind im Verhältnis zu viele Rentner!
Seit der Zusammenlegung der Rentenkassen (alle zur INPS) passiert wirklich, dass wir im Verhältnis auch für die Bauern eingezahlt haben oder es noch tun. Ich glaube, inzwischen bezahlt den Rentenbetrag für die Berg-?)-Bauern die Region - also mittels Steuergeld! Das INPS (Istituto Nazionale della Previdenza Sociale) - NISF (Nationales Institut für Sozial-Vorsorge und -Fürsorge) kümmert sich nicht nur um die Renten, sondern auch um die Lohnausgleichskasse, Mutterschaftsausgleich und noch viele andere soziale Maßnahmen. Dafür erhält das Institut auch Steuergelder. Jedenfalls wird mehr ausgegeben als eingenommen. Und jetzt durch Covid 19 kommt noch vieles dazu. Mich wundert, dass das ein Unternehmer nicht weiß.
Die selbständigen Handwerker, Kaufleute, Bauern, Freiberufler kriegen in der Regel mehr Rente als sie eingezahlt haben; bei den Lohnabhängigen ist es meisten umgekehrt, außer bei den Früh- und Baby-Rentner/inne/n. Das kann auch passieren, wenn jemand schon in Rente ging bevor sie 60 waren und dann 95 oder 100 werden. Denn für eine so lange Rentenauszahlung ist das System nicht ausgelegt.
Aber genau kann das sicher ein Rentnergewerkschaftler, ein Lohnbuchhalter oder Arbeitsrechtsberater erklären.
„Verbleibt eine Differenz von € 513.500 ! ! ! ! Eine ganz schöne Summe. Wo ist dieses Geld.“
Das INPS hat mehr als 25.000 Angestellte. Die wollen erst entlohnt werden ...
Kommentare
Sehr geehrte
Sehr geehrte Gewerkschaftsvertreter.
Ich bin Gesellschafter eines kleinen Handwerksunternehmens (gesamt 13 Pers.). Ich betone bewusst Handwerksbetrieb, denn das Rechtswesen ist nicht unser Bereich. Bei uns im Betrieb wird oft und viel diskutiert, polemisiert und philosophiert.
Letzthin war natürlich Corona und seine Folgen das große Thema. Dabei wurden u.a. folgende Fragen aufgeworfen.
Wieso wird bei Lohnausgleich nicht der gewohnte Nettogehalt ausbezahlt? Wieso soll ich meinen angereiften Urlaub aufbrauchen? Natürlich auch Fragen zu Familiengeld, Kindergeld .usw..
Unser gemeinsames Fazit: Es fehlt Geld ! ! ! . . wo ist das Geld ? ? ? . .
Ich als Unternehmer vertrete ja immer die Meinung, dass der Arbeitgeber den Bruttolohn direkt an den Arbeitnehmer überweisen sollte. Dieser muss anschließend (natürlich rechtlich zwingend) selbst in das Sozialsystem einzahlen. Also monatlich ca. 50% seines Bruttolohnes gehen in das Sozialsystem.
Genau hier beginnen unsere Fragen. Wir haben in unserem Betrieb mehrere Mitarbeiter zwischen 10 und 15 Dienstjahren. Glücklicherweise haben wir krankheitsbedingt fast keine Ausfälle. Wenn man bedenkt, dass in dieser Zeit mehrere 100.000 Euro in das Sozialsystem einbezahlt wurden, ist es nicht nachvollziehbar, wenn jetzt das Geld fehlt, um nicht einmal für 2 Monate den Nettolohn auszubezahlen. Jetzt in den Zwangsferien hat man Zeit über solche Dinge nachzudenken und je weiter man denkt, desto größer die Zweifel am System. Keine 2 Monate Lohn im Topf ! ? Wie soll dann die Rente bezahlt werden. Das einbezahlte Geld sollte doch für den Arbeitnehmer auf die hohe Kante gelegt sein; ähnlich als hätte er es zur Bank getragen. Oder ist dem nicht so? Ist es verliehen oder versenkt? Verlangt der Arbeitnehmer vom Unternehmen seine Abfertigung, muss diese ja auch ausbezahlt werden.
Kleine Beispielrechnung:
Beginnt ein Arbeitnehmer im Alter von 20 Jahren sein Arbeitsleben und geht mit 65 Jahren in Rente zahlt er in seinen 45 Arbeitsjahren ca. Euro 877.500 ein. (€ 1.500 an Sozialabgaben x 13 Monatsgehälter x 45 ).
Als Rentner hat er eine angenommene Lebenserwartung von 85 Jahre. Bezieht somit für 20 Jahre seine wohlverdiente Rente von ca. Euro 364.000,00 netto. (€ 1.400 an Rente x 13 Monate x 20 Jahre).
Verbleibt eine Differenz von € 513.500 ! ! ! !
Eine ganz schöne Summe. Wo ist dieses Geld. Ich bitte sie als Vertretung der Arbeitnehmer dieser Frage nachzugehen und meinen Mitarbeitern eine glaubhafte und schlüssige Erklärung abzugeben.
Antwort auf Sehr geehrte von Hubert Kofler
Hallo Herr Kofler,
Hallo Herr Kofler,
einige Fragen zu Ihrer doch beeindruckenden Rechnung, an Sie und auch an alle besser Informierten als ich es bin.
Sind bei diesen 1500 Euro die Krankenversicherung, die Unfallversicherung und ähnliches schon eingerechnet?
Werden aus diesem grossen Topf auch alle Fälle finanziert, die, aus welchen Gründen auch immer, weniger, sehr viel weniger, oder auch so gut wie nichts einzahlen, ein sozialer Ausgleich sozusagen? Oder stimmt Ihre Vermutung, dass das eingezahlt Geld pro Einzahlenden auf die hohe Kante gelegt wird, was ich ehrlich nicht glauben kann, da ja immer gesagt wird, mit unseren Abgaben werden die momentanen Renten ausbezahlt.
Gibt es eine Statistik, die meine Fragen beantworten kann? Wäre sehr interessant, danke.
Antwort auf Hallo Herr Kofler, von Manfred Gasser
Soweit ich mich erinnern kann
Soweit ich mich erinnern kann, funktioniert das Rentensystem nach dem Generationenvertrag: die heutigen Jüngeren (Lohnempfänger) zahlen für die Älteren (Ruheständler/Rentner). Inzwischen sind im Verhältnis zu viele Rentner!
Seit der Zusammenlegung der Rentenkassen (alle zur INPS) passiert wirklich, dass wir im Verhältnis auch für die Bauern eingezahlt haben oder es noch tun. Ich glaube, inzwischen bezahlt den Rentenbetrag für die Berg-?)-Bauern die Region - also mittels Steuergeld! Das INPS (Istituto Nazionale della Previdenza Sociale) - NISF (Nationales Institut für Sozial-Vorsorge und -Fürsorge) kümmert sich nicht nur um die Renten, sondern auch um die Lohnausgleichskasse, Mutterschaftsausgleich und noch viele andere soziale Maßnahmen. Dafür erhält das Institut auch Steuergelder. Jedenfalls wird mehr ausgegeben als eingenommen. Und jetzt durch Covid 19 kommt noch vieles dazu. Mich wundert, dass das ein Unternehmer nicht weiß.
Die selbständigen Handwerker, Kaufleute, Bauern, Freiberufler kriegen in der Regel mehr Rente als sie eingezahlt haben; bei den Lohnabhängigen ist es meisten umgekehrt, außer bei den Früh- und Baby-Rentner/inne/n. Das kann auch passieren, wenn jemand schon in Rente ging bevor sie 60 waren und dann 95 oder 100 werden. Denn für eine so lange Rentenauszahlung ist das System nicht ausgelegt.
Aber genau kann das sicher ein Rentnergewerkschaftler, ein Lohnbuchhalter oder Arbeitsrechtsberater erklären.
Antwort auf Sehr geehrte von Hubert Kofler
"Verbleibt eine Differenz von
„Verbleibt eine Differenz von € 513.500 ! ! ! ! Eine ganz schöne Summe. Wo ist dieses Geld.“
Das INPS hat mehr als 25.000 Angestellte. Die wollen erst entlohnt werden ...