Politik | Pride Month

Flaggenstreit geht in die nächste Runde

Die Freiheitlichen fordern den Verzicht auf Regenbogenflaggen an öffentlichen Gebäuden. Die Debatte rund um die Pride Flag sorgt in Südtirol bereits seit einiger Zeit für politische Spannungen.
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Foto: Noi Techpark
  • Pünktlich zum heutigen Beginn des Pride Months meldet sich die nächste Südtiroler Koalitionspartei in der Causa „Regenbogenflagge“ zu Wort: Die Freiheitlichen sprechen sich in einer Pressemitteilung gegen die Verwendung der Pride Flag in und auf öffentlichen Gebäuden aus. „Das Land Südtirol soll sich aus solchen ideologischen Auseinandersetzungen heraushalten. Die offiziellen Symbole unseres Landes und unserer Gemeinden sind ausreichend und repräsentieren alle Bürger“, so Parteiobmann Roland Stauder in einer Pressemitteilung.

    Erst kürzlich war die Debatte - wie auch im Vorjahr - hochgekocht, nachdem Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) bei der Vorstellung zum „Pride Month 2026“ verkündete, dass die Regenbogenflagge auch heuer wieder in den Landhäusern präsent sein werde. Kompatscher unterstrich bei dem Pressetermin, dass die Flagge nicht für eine parteipolitische Ideologie, sondern für Respekt und Gleichbehandlung stehe. 

  • Der Streit um die Pride Flag geht weiter: Kompatscher ist dafür, Galateo dagegen. Foto: SALTO
  • In diesem Punkt widerspricht dem Landeshauptmann heute die nächste Koalitionspartnerpartei, nachdem Landeshauptmann-Stellvertreter Marco Galateo (Fratelli d’Italia) bereits angekündigte, den Pressesaal des Landes nicht zu nutzen, solange dort die Fahne des Pride Month gezeigt werde: In einer Aussendung von heute fordert die Freiheitliche Partei ein „klares Bekenntnis zur politischen Neutralität“ öffentlicher Einrichtungen und den Verzicht auf entsprechende Symbole

    Der Freiheitliche Stauder argumentiert, öffentliche Gebäude hätten allen Bürgerinnen und Bürgern gleichermaßen zu dienen und dürften sich nicht mit „politischen oder ideologischen Bewegungen identifizieren“. Die Regenbogenflagge stehe laut ihm heute für mehr als den Kampf gegen Diskriminierung und werde zunehmend mit politischen Forderungen verbunden. 

  • Roland Stauder: Auch er ist dagegen, dass die Regenbogenflagge während des Pride Months an öffentlichen Gebäuden gehisst wird. Foto: Freiheitliche
  • Kritiker solcher Positionen warnen davor, die Regenbogenflagge als bloßes politisches Symbol darzustellen. Sie verweisen darauf, dass die Fahne international als Zeichen gegen Diskriminierung von LGBTQIA+-Personen verstanden wird und gerade in Zeiten zunehmender queerfeindlicher Vorfälle sichtbar bleiben müsse.