Reform mit positiven Überraschungen

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Arno Kompatscher und Maurizio Fugatti waren heute (3. April) in Rom, um mit Roberto Calderoli, Minister für regionale Angelegenheiten und Autonomien, über die Autonomiereform zu sprechen. Bei diesem Treffen präsentierte Calderoli den beiden Landeshauptleuten den überarbeiteten Entwurf der Autonomie-Reform. „Wir sind den Text heute Punkt für Punkt durchgegangen“, berichtete Landeshauptmann Arno Kompatscher im Anschluss an die Sitzung. Calderoli habe erklärt, dass er das Verhandlungsergebnis zunächst dem Ministerrat zur Genehmigung vorlegen müsse. Erst danach könne das endgültige Dokument – in ein bis zwei Wochen, möglicherweise auch früher – offiziell an die Landeshauptleute übermittelt werden. Den fix und fertigen Text konnte Kompatscher also noch nicht mit nach Hause nehmen. Ob es Überraschungen gegeben habe? „Durchwegs positive“, so der Landeshauptmann. Er erinnerte daran, dass bereits beim letzten Treffen mit Minister Calderoli ein Entwurf vorgelegt worden sei, der als Endfassung gedacht war. „Landeshauptmann Fugatti und ich haben daraufhin noch Änderungswünsche eingebracht und nachverhandelt. Die positive Überraschung war heute, dass diese Anpassungen tatsächlich vorgenommen worden sind“, erklärte Kompatscher. Die Beharrlichkeit habe sich also ausgezahlt. Sobald der endgültige Text übermittelt wird, soll die Reform umgehend in den Landtag eingebracht werden. Dazu sollen die Fraktionssprecher informiert und eine Landtagssitzung einberufen werden.
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Sonderlandtag? Kompatscher kritisiert VorgehenDas Treffen mit Minister Calderoli zur Autonomiereform: Punkt für Punkt sei man den Text durchgegangen, so Landeshauptmann Arno Kompatscher. Foto: Dipartimento per gli Affari regionali e le Autonomie
Bezüglich der Forderung des freien Abgeordneten Andreas Leiter Reber nach einem Sonderlandtag äußerte sich Kompatscher kritisch: „Ich finde diesen Vorstoß nicht fair, denn es war von Anfang an ausgemacht, dass unmittelbar nach Erhalt des Dokuments ein Sonderlandtag einberufen wird.“ Man habe bereits über entsprechende Wortmeldungen gesprochen, und jede Abgeordnete und jeder Abgeordnete sollte am Ende die Gelegenheit haben, seine oder ihre Meinung abzugeben. Der Landeshauptmann kritisierte zudem, dass nach außen hin der Eindruck erweckt werde, der gesamte Prozess verlaufe intransparent oder gar geheimniskrämerisch. Dies entspreche nicht der Realität. Vor der Landtagssitzung soll die Autonomiereform zunächst auf einer eigens einberufenen SVP-Landesversammlung vorgestellt werden, die voraussichtlich am 14. April stattfinden wird. Auch anderen Parteien werde das Dokument ausgehändigt, sodass sie sich damit befassen können. Bissige Kommentare, wonach die SVP sich verhalte, als gehöre ihr die Autonomiereform allein, weist Kompatscher zurück. „Schließlich ist die SVP die Partei, welche die Autonomie tatsächlich geschaffen hat. Deshalb nehmen wir das Thema so ernst, dass sich unser höchstes Gremium damit befassen muss“, betonte er.
Keine Änderungen mehr möglichSolche Verhandlungsergebnisse seien immer eine Frage von „prendere o lasciare“ – sowohl parteiintern als auch im Landtag. „Was man zu diesem Zeitpunkt nicht tun kann, ist, noch Änderungen zu fordern. Damit erreicht man nichts“, so Kompatscher. „Der Souverän ist natürlich der Landtag und wenn dieser entscheidet, dass der ausgearbeitete Text nicht seinen Vorstellungen entspricht, dann war’s das“, erklärte der Landeshauptmann. Das wäre allerdings ein fatales Signal an Rom, das die erzielten – eigentlich schon fixierten – Zugeständnisse dann möglicherweise überdenken könnte. Auf inhaltliche Details angesprochen, hielt sich Kompatscher bedeckt. Doch was den stärkeren Schutz der Autonomie vor Änderungen durch das Parlament betrifft, stellte er klar: „Nach dem völkerrechtlichen Schutz im Rahmen des Gruber-Degasperi-Abkommens wird nun tatsächlich auch im innerstaatlichen Recht ein stärkerer Schutz verankert.“
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Das fatale Signal ist vielmehr, dass der Landtag nur absegnen kann, was im Grunde Calderoli vorlegt.
Antwort auf Das fatale Signal ist… von Ceterum Censeo
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Der Text ist keine Vorlage von Calderoli, sondern das Ergebnis von Verhandlungen zwischen der Regierung in Rom und den Landesregierungen in Bozen und in Trient - alle drei sind von der Verfassung bzw. dem Statut zu solchen Verhandlungen befugt und demokratisch legitimiert.
Dass das Verfahren zur Verabschiedung eines Verfassungsgesetzes nicht die direkte/formelle Beteiligung des Landtags (durch das Erfordernis von dessen Zustimmung) vorsieht, kann man schlecht finden - aber so sind nun mal die hinlänglich bekannten, derzeit gültigen "Spielregeln".
Möglicherweise sieht die neue Regelung vor, dass der Landtag künftig bei Änderungen des Statuts zwingend zustimmen muss. Das würde dann auch Ceterum censeo (Carthaginem esse delendam) freuen, nehme ich an.
Antwort auf Der Text ist keine Vorlage… von Thomas Unterwinkler
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Dass es ihn freut glaube ich weniger, denn das "ceterum censeo" ist ja genau deshalb berühmt-berüchtigt, weil es ohne Verbindung zur Realität angewandt wurde.;)
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Der Landtag soll Ruhe geben und den Landeshauptmann arbeiten lassen, er wird sicher das Beste für Südtirol herausholen.
Antwort auf Der Landtag soll Ruhe geben… von Aloisius von Gonzaga
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Was hat den Kompatscher bis jetzt für Südtirol herausgeholt? Sicher nichts was einer Rede Wert wäre. Kompatscher könnte ruhig abdanken.
Antwort auf Was hat den Kompatscher bis… von opa1950
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Die Opposition soll abdanken, die dauernd nur zu nörgeln hat.
Antwort auf Die Opposition soll abdanken… von Aloisius von Gonzaga
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Von Demokratie haben Sie wenig Ahnung.
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Kennt nemand im Landtag, oder der Bevölkerung, den Inhalt dieses Textes? Ist diieer Text vielleicht sogar öffentlich zugänglich? Kann mir irgendjemand verständlich erklären, was da genau drinsteht? Oder muss ich warten, bis es mir der LH mit blumigen Worten erklärt?
Antwort auf Kennt nemand im Landtag,… von Manfred Gasser
…man weiß wie Politiker…
…man weiß wie Politiker Ergebnisse von Verhandlungen immer als „ihren“ Erfolg verkaufen wollen!
Antwort auf Kennt nemand im Landtag,… von Manfred Gasser
…man weiß wie Politiker…
…man weiß wie Politiker Ergebnisse von Verhandlungen immer als „ihren“ Erfolg verkaufen wollen!
Kompatscher go home. Wieder…
Kompatscher go home.
Wieder mal eine Nebelgranate gezündet !?
Ein Blick in die Runde, ein Blick in den Spiegel würde genügen.
O armer Magnago ...
Es wird schon gefeiert und…
Es wird schon gefeiert und der endgültige Text ist noch nicht bekannt?
Mein Fazit: Italophiler als…
Mein Fazit: Italophiler als Kompatscher kann man als Südtiroler gar nicht sein. Er verkauft uns zum x-ten an Italien ...