Schäferhund und Sinner
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Gesellschaft | Fritto Misto

Was wird?

Der Ausblick: Was 2026 bringt. Worauf wir uns freuen dürfen – und womit wir im neuen Jahr leider rechnen müssen.
  • Nach dem brrrividi bescherenden Rückblick auf das vergangene Jahr richten wir frohgemut den Blick nach vorne: Was wird uns 2026 bescheren? Welche Früchte werden wir ernten, welche Kastanien aus dem Feuer holen – und werden wir uns dabei ordentlich die Finger verbrennen? Fritto Misto wagt die Prognose, worauf wir uns freuen dürfen – und womit wir im neuen Jahr leider rechnen müssen.

  • 1. Die Autonomiereform

    So geschmeidig ist der Reformvorschlag, das Baby von LH Kompatscher, 2025 durch Kammer und Senat geflutscht, dass er 2026 sicher ebenso glibig die zweite Lesung bestehen wird. Dann ist es fix: Dann haben wir die autonomste Reform, die reformierteste Autonomie, die Autoreformonomie, die Reformautonomie, ja irgendwas mit Autonomie und Reform halt. 

     

    Südtirol – die autonomiereformigste Destination Europas

     

    Weil, was dann genau besser wird, ich hab’s immer noch nicht verstanden. Irgendwas mit Ökologie, Raumordnung, weniger Wolf und weniger Zettel. Etwas, das es wert war, mit den fratelli zu koalieren und sich den Bloßstellungen von Marco Galateo auszusetzen. Man wird sie uns gewiss noch im Detail erklären, wenn sie durch ist, die autonomigste reformierteste Autonomiereform. Zumindest ein sexy Slogan für die IDM sollte dann herausschauen: Südtirol – die autonomiereformigste Destination Europas oder so.

  • 2. Der Lehrerstreik

    Waren es 2025 „nur“ vor allem Lehrausgänge und Lehrausflüge, die bestreikt wurden, um auf ihre Nöte aufmerksam zu machen, so legt die Lehrerschaft 2026 ihre Tätigkeit komplett nieder. Der Grund: Es stellt sich heraus, dass es sich bei den in Aussicht gestellten 110 Millionen pro Jahr für Gehaltserhöhungen um Monopolygeld handelt (LH Kompatscher dazu: „Ich habe nie behauptet, dass es Euros sind.“) Die Lehrenden rasen, die Lernenden gehen nach Haus. 

     

    „Tua des Handy weck iatz!“

     

    Nun heißt es für zigtausende von Müttern, ihre eh schon bloß Teilzeitstellen aufzugeben und den Nachwuchs at home zu schoolen. Politik und Wirtschaft reagieren zunächst mit Entsetzen, dann mit Begeisterung, denn: Hier werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Während Mama entnervt dem Filius Algebra beizubringen versucht („Tua des Handy weck iatz!“), kann sie dem Opa, für den im Altersheim kein Platz mehr frei war, den Brei einlöffeln. Die vakant gewordenen Arbeitsstellen werden zu Vollzeitjobs zusammengefasst und zur Hälfte der Lehrerschaft, zur Hälfte einer von der SIAG ersonnenen Südtiroler KI übergeben. Das Ergebnis: Chaos total, aber endlich wurden Unvereinbarkeit, Lehrermangel und Seniorenpflege konkret in Angriff genommen und gelöst. Um die fassungslosen Mütter zu versöhnen, wird ab sofort einmal jährlich auf Schloss Tirol das filzene Mutterherz (100 % lokal hergestellt) vergeben. Dazu gibt es einen Gutschein, wahlweise für einen Kochkurs oder einen mehrwöchigen Aufenthalt in Bad Bachgart.

  • 3. Der Hundestreit

    Es wird die gefährlichste Eskalation 2026: Die Hundekacka-Debatte artet aus. Nachdem man sich 2025 weder auf eine verpflichtende Chippung noch auf die Steuer einigen konnte, die Häufchen auf Gehwegen und Grünflächen aber beständig zunehmen, greift die Politik 2026 knallhart durch: Es wird ein vollständiges Hundeverbot beschlossen, denn: Wo kein Dackel, da kein Gackerl. 

     

    Malteser nach Malta, Schäferhunde nach Deutschland, Dalmatiner nach Dalmatien.

     

    Das Verbot wird gnadenlos durchgesetzt: Hunde werden ihren Besitzern in herzzerreißenden Szenen abgenommen und mit Unterstützung der Süd-Tiroler Freiheit remigriert: Malteser nach Malta, Schäferhunde nach Deutschland, Dalmatiner nach Dalmatien. An der Grenze gilt ein rigoroses Einreiseverbot für Wauwaus, einzig für Touristen gibt es auf Druck des HGV eine Ausnahmeregelung: Ihre Vierbeiner müssen samt Herr- oder Frauchen in Hundehotels untergebracht werden und dürfen auch nur dort ihre Notdurft verrichten. Es kommt, erwartbar, zu massiven Ausschreitungen: Protestmärsche, Hungerstreiks, Flashmobs in Hundekostümen. Politiker bekommen Personenschutz, da sich eine Guerilla-Terrorgruppe formiert: W.U.F.F.I., der "Widerstand gegen die Unrechtmäßige Fortnehmung von Fierbeinern, Igitt!" Die Truppe mit beträchtlicher Mitgliederanzahl bewirft vermummt Entscheidungsträger mit Hundeleckerlis und Schweineohren, entführt Hauskatzen und kotet nachts Gehsteige voll. Schließlich wird der Ausnahmezustand ausgerufen und das Heer um Hilfe gebeten, es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände, die Touristen bleiben vollständig aus. Aufgrund von letzterem nimmt die Landesregierung das Hundeverbot schließlich zurück, die abgeschobenen Hunde werden wieder eingeführt, ihre Halter erhalten Schadenersatzzahlungen, die den Landeshaushalt zu ruinieren drohen. Die New York Times schreibt: Gone to the dogs: How an Italian province ruined itself due to doggy. Wir sind wieder wer.

  • 4. Die Direktwahl des Landeshauptmanns

    Wie bereits 2025 angekündigt, sammelt Andreas Leiter Reber Unterschriften für die Direktwahl des Landeshauptmanns. Weil der Großteil der Befragten glaubt, sie wählten damit sich selbst, hat sein Antrag innerhalb von kürzester Zeit zigtausende Unterstützer. Als Reaktion darauf wirft LH Kompatscher frühzeitig entnervt das Handtuch: „Donn mochts enk des holt selber.“ Die Direktwahl wird im Herbst 2026 abgehalten, die Wahlbeteiligung ist mau, da das Wetter schön und der Mond im Sternzeichen Menefrego steht: 10 % der Südtiroler Bevölkerung geben ihre Stimme ab; es wurde vergessen, die italienischen Mitbürger  zu informieren und sie werden auch im Nachhinein nicht in Kenntnis gesetzt, um den disagio nicht neu zu entfachen.  

     

    Mit 90 % der Stimmen wird Jannik Sinner zum neuen Landeshauptmann gewählt.

     

    Das Ergebnis überrascht: Mit 90 % der Stimmen wird Jannik Sinner zum neuen Landeshauptmann gewählt, der aber unbegreiflicherweise verzichtet und seine Tenniskarriere fortführen will: „Dechto danke in olle, de mi giwählt obn“. Der Job soll an den zweitgereihten Joe fa Afing gehen, dessen Schöpfer Thomas Hochkofler sich aber irritiert zeigt: „Der Joe ist eine Kunstfigur. Den gibt’s nicht wirklich.“ Das Entsetzen in den sozialen Medien ist daraufhin groß. Auch der drittgereihte, Sven Knoll von der Süd-Tiroler Freiheit (4 Stimmen, Fraktionszwang), winkt ab: „Ich habe zu viele Tik-Tok-Verpflichtungen. Ich bleibe lieber der Landeshauptmann der Herzen.“ Südtirol steht also ohne Führung da und wird kommissarisch verwaltet. Ex-LH Kompatscher lacht und geht mit Sinner Tennis spielen.