Politik | Transit

Kompatscher fordert Pragmatismus

Landeshauptmann Arno Kompatscher fordert von der Tiroler Landesregierung Pragmatismus in Sachen Nachtfahrverbot – mit einer schön verpackten Warnung.
Arno Kompatscher: "Le aree messe a disposizione non sono sufficienti".
Foto: Alfreider
  • Hat der Landeshauptmann bisher die Rolle des Mediators gespielt und versucht, zwischen Verkehrsminister Matteo Salvini und dessen „Drüberfahrpolitik“ sowie der Tiroler Blockadehaltung zu vermitteln, hat er in seinem gestrigen (21. Juli) Interview, das er der Tiroler Tageszeitung gegeben hat, seinem Tiroler Amtskollegen Anton Mattle eindeutig zu verstehen gegeben, was sich die Südtiroler Landesregierung erwartet, nämlich Pragmatismus beim Thema Nachtfahrverbot

  • Die Luegbrücke im nördlichen Wipptal: Ab 1. Jänner 2025 wird das marode Bauwerk nur mehr einspurig befahrbar sein. Foto: ASFINAG

    Wie berichtet gehen die Wogen hoch, seitdem bekannt wurde, dass die Luegbücke – ein Nadelöhr der vielbefahrene Brennerachse – neu errichtet werden muss und im Zuge dessen die Trasse für mehrere Jahre nur mehr einspurig befahrbar sein wird – massive Einschränkungen werden befürchtet, die von der österreichischen Straßenbaugesellschaft ASFINAG noch zusätzlich genährt werden, die vor Kurzem weitere Verbote und Dosierungsmöglichkeiten in den Raum gestellt hat. Während bisher nur die Frächter- und Wirtschaftsverbände sowie deren Fürsprecher, Verkehrsminister Matteo Salvini, eindeutig Position bezogen und eine Aufhebung der Fahrverbote gefordert haben, schlägt nun auch Landeshauptmann Arno Kompatscher neue – und auch ungewohnte – Töne an. Das Verständnis für den Wunsch der Tiroler Landesregierung, mit Lkw-Dosierungsmaßnahmen den Transit eindämmen zu wollen, ist nun der Forderung nach pragmatischen Lösungen gewichen. Landeshauptmann Kompatscher unterstreicht zwar in besagtem Interview, dass man nicht die grundsätzliche Abschaffung der Tiroler Maßnahmen wolle, fordert aber gleichzeitig, dass diese von der Problematik rund um die Luegbrücke getrennt betrachtet und zumindest zweitweise gelockert werden müssten, sollten sich andere Möglichkeiten wie beispielsweise die Verlagerung des Schwerverkehrs von der Außen- auf die Innenfahrbahn als nicht umsetzbar erweisen. An der Aufhebung der Verbote wolle man nicht rütteln, aber „wenn es nicht anders geht, könnte das Nachtfahrverbot während der Sanierungsarbeiten zu gewissen Zeiten gelockert werden. Diesen Pragmatismus fordern wir ein. Sollte die Lkw-Spur nicht gehen, müsste Tirol schon ein wenig ‚herwärts‘ nach Südtirol schauen“, wird Kompatscher zitiert, der vor allem die negativen Auswirkungen auf das Wipptal und Eisacktal ins Feld führt, wo in den kommenden Jahre Dauerstaus mit 50 und 60 Kilometer Länge befürchtet werden. Sehr diplomatisch, aber auch bestimmt lautet die Botschaft an Landeshauptmann Mattle, dass es besser wäre, wenn alle Seiten an den Verhandlungstisch zurückkehren würden – eine Blockadehaltung könnte sich zu einem gefährlichen Eigentor entwickeln. 

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Sigmund Kripp Mo., 22.07.2024 - 11:16

Es ist immer wieder erstaunlich, dass alle nur von der Bewältigung des momentanen Auto-Verkehrsflusses sprechen.
Und keiner spricht davon, Verkehr auf die bestehende (!) Bahn umzulenken!
- Wir haben Gleise
- Wir haben Zugmaterial
- Wir haben Techniker
- Wir haben Politiker, die von Nachhaltigkeit reden. (Viel!)
Warum sollte dann eine Verdichtung der Zugfrequenz nicht möglich sein?

Mo., 22.07.2024 - 11:16 Permalink
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Sergio Fratucello Mo., 22.07.2024 - 18:05

Antwort auf von Sigmund Kripp

Zum Beispiel könnte uns Trenitalia erklären, warum auf der österreichischen Seite, vom Brenner nach Innsbruck, genau auf den zwei gleichen Geleisen ab 5 Uhr morgens bis Mitternacht im Personenverkehr ein Halbstunden- bis Stundentakt möglich ist. Zudem fahren auf dieser Strecke seit ungefähr dreißig Jahren täglich 38 Güterzüge, die ca. 800 LKWs transportieren und somit die Autobahn in Nordtirol entlasten.

Mo., 22.07.2024 - 18:05 Permalink
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Sergio Fratucello Mo., 22.07.2024 - 18:06

Antwort auf von Sigmund Kripp

Zum Beispiel könnte uns Trenitalia erklären, warum auf der österreichischen Seite, vom Brenner nach Innsbruck, genau auf den zwei gleichen Geleisen ab 5 Uhr morgens bis Mitternacht im Personenverkehr ein Halbstunden- bis Stundentakt möglich ist. Zudem fahren auf dieser Strecke seit ungefähr dreißig Jahren täglich 38 Güterzüge, die ca. 800 LKWs transportieren und somit die Autobahn in Nordtirol entlasten.

Mo., 22.07.2024 - 18:06 Permalink
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opa1950 Mo., 22.07.2024 - 12:39

Was Will den Kompatscher von Österreich wohl fordern.Die Österreicher lachen ihn ja nur aus. Was hat den Kompatscher auf der Südtiroler Seite für den Verkehr getan. Nichts.Aber sich jetzt in einem anderen Land einmischen ist wohl die Masche der SVP Landesregierung.

Mo., 22.07.2024 - 12:39 Permalink
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Alexander Wallnöfer Mo., 22.07.2024 - 17:17

Kürzlich war von den Südtiroler Verantwortlichen zu lesen, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden müssten und dass es keine Tabus geben dürfe. Da habe ich ein paar Fragen:
1. Ist die Rollende Landstraße über den Brenner eigentlich ausgelastet?
2. Kann darüber wirklich nur 5% - 6% des LKW-Verkehrs über die Autobahn transportiert werden?
3. Warum fahren ein Großteil der LKWs vom Norden in den Süden am Brenner vom Zug runter und nicht erst in Verona?
4. Warum müssen eigentlich die Zugmaschinen als Totlast mitfahren?
5. Werden hier wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft?
Es würden mir durchaus noch andere Fragen einfallen, aber ich will es mal dabei belassen.

Mo., 22.07.2024 - 17:17 Permalink
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Alexander Wallnöfer Mo., 22.07.2024 - 17:17

Kürzlich war von den Südtiroler Verantwortlichen zu lesen, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden müssten und dass es keine Tabus geben dürfe. Da habe ich ein paar Fragen:
1. Ist die Rollende Landstraße über den Brenner eigentlich ausgelastet?
2. Kann darüber wirklich nur 5% - 6% des LKW-Verkehrs über die Autobahn transportiert werden?
3. Warum fahren ein Großteil der LKWs vom Norden in den Süden am Brenner vom Zug runter und nicht erst in Verona?
4. Warum müssen eigentlich die Zugmaschinen als Totlast mitfahren?
5. Werden hier wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft?
Es würden mir durchaus noch andere Fragen einfallen, aber ich will es mal dabei belassen. Sorry für den doppelten Post . Bitte löschen

Mo., 22.07.2024 - 17:17 Permalink
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Salto User
nobody Mo., 22.07.2024 - 22:33

Hauptsache Nachhaltigkeitsblabla organisieren, Öl- und Gasheizungen verbieten, KlimahausA fordern usw. usf.. Wellnesstempel, Schipisten samt Beschneiung und Schwerverkehr sind kein Problem. Wie lange wird der normale Bürger eigentlich noch verarscht?

Mo., 22.07.2024 - 22:33 Permalink
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Josef Fulterer Di., 23.07.2024 - 06:27

Die Umwelt-Auswirkungen des Nachtverkehrs über den Brenner, könnten mit einer Reduzierung des gesamten Verkehrs auf 50 km/Stunde, sehr deutlich reduziert werden.
Im Teillast-Bereich "laufen die Motoren weniger UMWELT-schädlich" + der Treibstoff-Verbrauch nimmt durch den geringeren Luft-Gegendruck deutlich ab + das Fiebern nach Überhol-Möglichkeit, mit den damit verbundenen Risiken entfällt!

Di., 23.07.2024 - 06:27 Permalink
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Salto User
nobody Di., 23.07.2024 - 23:12

Kürzeste Strecke und nur wichtige Transporte. Regionale Kreislauf stärken. Kein verbilligter Diesel für Schwerverkehr.

Di., 23.07.2024 - 23:12 Permalink