Gesellschaft | alpbach diaries 6/25

Mission impossible

Zwischen Minenfeldern, Team-Challenges und militärischem Drill – ein Leadership-Seminar der Österreichischen Militärakademie beim Forum Alpbach.
Club Alpbach Südtirol Alto Adige
Foto: Club Alpbach Südtirol Alto Adige
  • Eine Besonderheit, die Alpbach bietet, ist die Möglichkeit, Einblicke in unbekannte Realitäten zu erhalten. Einige von uns hatten in der ersten Woche die Chance, direkten Kontakt mit dem österreichischen Heer aufzunehmen. Bei einem Leadership-Seminar, geführt von Kadetten der österreichischen Militärakademie, konnten wir uns mit den internen Dynamiken, der Trainingsphilosophie und den physischen Herausforderungen des Heeres vertraut machen.

    Die rund 40 Seminar-Teilnehmer wurden in 3 Teams aufgeteilt. An jedem Tag mussten die Teams eine Herausforderung als Gruppe bewältigen. Diese “Challenges” reichten vom Überqueren eines fiktionalen Minenfeldes, der Bergung eines Schatzes von einem verseuchten See, bis hin zum kollektiven Balancieren auf einer Slackline.

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  • Jede Challenge begann mit der Verlesung, vonseiten des "Platoon Kommandanten", unserer Mission, also des Ziels, das es zu erreichen galt. Und dann kam es auf Schnelligkeit an, denn jedes Team konkurrierte mit den anderen um die effektivste, also schnellste, Ausführung der Mission.

    Nach jeder Challenge wurde analysiert, wie die Gruppe als Team zusammengearbeitet hat, wobei positive als auch negative Aspekte hervorgehoben wurden. Die Analyse folgte spezifischen Leadership-Modellen, die die Kadetten der Militärakademie auch in eigener Praxis verwenden, wie das Rangdynamik-Modell, das typische Positionen wie Alpha (Führung), Gamma (Gefolgschaft), Omega (Kritiker) und Beta (Berater) identifiziert, um Gruppendynamiken und Führung sichtbar zu machen. Ein anderes Beispiel ist das Tuckman-Modell, das die Phasen der Teamentwicklung in fünf Schritten darlegt: Orientierung, Konflikt, Regelbildung, Zusammenarbeit, Auflösung.

  • Alpbach Diaries 2025

    Jedes Jahr ermöglicht der Club Alpbach Südtirol Alto Adige (CASA) Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Südtirol die Teilnahme am Europäischen Forum Alpbach. Hier erzählen sie von ihren Erfahrungen. 

  • Den krönenden Abschluss der Woche bildete die finale Aufgabe am letzten Tag. Die 3 Teams hatten die Mission, einen imaginären Sprengsatz in Alpbach zu entschärfen, um die Sicherheit des Europäisches Forum Alpbach zu garantieren. Der Faktor Zeit war natürlich wieder entscheidend. Und wie es bei militärischen Missionen üblich ist, gab es unerwartete Ereignisse, die die Mission zusätzlich erschwerten, z.B. einen “Überraschungsangriff”, der zur Verwundung eines Kameraden führte, der anschließend im Laufschritt über einen Steilhang in Sicherheit gebracht werden musste.

    Während das Hauptaugenmerk des Seminars auf Teamarbeit und der kollektive Ausarbeitung von Lösungsstrategien lag, durfte natürlich auch der körperliche Drill nicht fehlen. Auf Taktvorgabe des Platoon Kommandanten wurden täglich mehrfach Militär-Liegestützen und Marschier-Einheiten durchgeführt.

  • Foto: Club Alpbach Südtirol Alto Adige
  • Aber neben den Herausforderungen und physischen Anstrengungen kam auch der Spaß nicht zu kurz. Am Abend gab es jeweils die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre im lokalen Gasthaus einiges mehr über das tägliche Leben der Kadetten zu erfahren, und über einem kühlen Getränk die Atmosphäre in Alpbach zu genießen.

    Insgesamt bot das Seminar nicht nur die Gelegenheit, uns in wichtigen Werten wie Zusammenhalt, Teamarbeit, Disziplin und Durchhaltevermögen weiterzuentwickeln, sondern auch einen spannenden Einblick in eine andere Welt zu erhalten.