Mission impossible

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Eine Besonderheit, die Alpbach bietet, ist die Möglichkeit, Einblicke in unbekannte Realitäten zu erhalten. Einige von uns hatten in der ersten Woche die Chance, direkten Kontakt mit dem österreichischen Heer aufzunehmen. Bei einem Leadership-Seminar, geführt von Kadetten der österreichischen Militärakademie, konnten wir uns mit den internen Dynamiken, der Trainingsphilosophie und den physischen Herausforderungen des Heeres vertraut machen.
Die rund 40 Seminar-Teilnehmer wurden in 3 Teams aufgeteilt. An jedem Tag mussten die Teams eine Herausforderung als Gruppe bewältigen. Diese “Challenges” reichten vom Überqueren eines fiktionalen Minenfeldes, der Bergung eines Schatzes von einem verseuchten See, bis hin zum kollektiven Balancieren auf einer Slackline.
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Jede Challenge begann mit der Verlesung, vonseiten des "Platoon Kommandanten", unserer Mission, also des Ziels, das es zu erreichen galt. Und dann kam es auf Schnelligkeit an, denn jedes Team konkurrierte mit den anderen um die effektivste, also schnellste, Ausführung der Mission.
Nach jeder Challenge wurde analysiert, wie die Gruppe als Team zusammengearbeitet hat, wobei positive als auch negative Aspekte hervorgehoben wurden. Die Analyse folgte spezifischen Leadership-Modellen, die die Kadetten der Militärakademie auch in eigener Praxis verwenden, wie das Rangdynamik-Modell, das typische Positionen wie Alpha (Führung), Gamma (Gefolgschaft), Omega (Kritiker) und Beta (Berater) identifiziert, um Gruppendynamiken und Führung sichtbar zu machen. Ein anderes Beispiel ist das Tuckman-Modell, das die Phasen der Teamentwicklung in fünf Schritten darlegt: Orientierung, Konflikt, Regelbildung, Zusammenarbeit, Auflösung.
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Alpbach Diaries 2025
Jedes Jahr ermöglicht der Club Alpbach Südtirol Alto Adige (CASA) Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Südtirol die Teilnahme am Europäischen Forum Alpbach. Hier erzählen sie von ihren Erfahrungen.
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Den krönenden Abschluss der Woche bildete die finale Aufgabe am letzten Tag. Die 3 Teams hatten die Mission, einen imaginären Sprengsatz in Alpbach zu entschärfen, um die Sicherheit des Europäisches Forum Alpbach zu garantieren. Der Faktor Zeit war natürlich wieder entscheidend. Und wie es bei militärischen Missionen üblich ist, gab es unerwartete Ereignisse, die die Mission zusätzlich erschwerten, z.B. einen “Überraschungsangriff”, der zur Verwundung eines Kameraden führte, der anschließend im Laufschritt über einen Steilhang in Sicherheit gebracht werden musste.
Während das Hauptaugenmerk des Seminars auf Teamarbeit und der kollektive Ausarbeitung von Lösungsstrategien lag, durfte natürlich auch der körperliche Drill nicht fehlen. Auf Taktvorgabe des Platoon Kommandanten wurden täglich mehrfach Militär-Liegestützen und Marschier-Einheiten durchgeführt.
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Aber neben den Herausforderungen und physischen Anstrengungen kam auch der Spaß nicht zu kurz. Am Abend gab es jeweils die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre im lokalen Gasthaus einiges mehr über das tägliche Leben der Kadetten zu erfahren, und über einem kühlen Getränk die Atmosphäre in Alpbach zu genießen.
Insgesamt bot das Seminar nicht nur die Gelegenheit, uns in wichtigen Werten wie Zusammenhalt, Teamarbeit, Disziplin und Durchhaltevermögen weiterzuentwickeln, sondern auch einen spannenden Einblick in eine andere Welt zu erhalten.
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"Gehen dem FORUM ALPCH die …
"Gehen dem FORUM ALPCH die ... THEMEN ... ...??? aus, dass -s i e-auf so ab-WEG-ige -T ä t i g k e i t e n- wie dem -K R I E G - S P I E L E N- verfallen ...???"
EFA... klingt irgendwie nach…
EFA... klingt irgendwie nach Eurofaschismus...
Auszug Wikipedia:
Mangelhafte historische Aufarbeitung
Kritisiert wird am EFA mitunter die unzureichend aufgearbeitete Vorgeschichte: Schon 1936 hatte der aus dem kaum 20 Kilometer entfernten Jenbach stammende Simon Moser, Mitbegründer des Forums und dessen wissenschaftlicher Leiter bis 1978, im Auftrag des austrofaschistischen Ständestaats erstmals Österreichische Hochschulwochen organisiert. Dazu Publizist Markus Wilhelm: „1935 wurde vom Schuschnigg-Regime das Hochschulerziehungsgesetz erlassen, das auch Hochschulwochen für die Studierenden vorsah. Sie sollten der ideologischen Zurichtung der jungen Leute dienen, die Volksgemeinschaft im Sinne der klerikalfaschistischen Vorgaben stärken und dazu beitragen, den ‚neuen österreichischen Menschen‘ zu schaffen. Das erste dieser Hochschullager fand in Rotholz bei Jenbach statt.“
Schuschniggs autoritäre Regierung hatte Moser, der Hauptstellenleiter der Vaterländischen Front war, auch als „Lehrbeauftragten für Weltanschauungsfragen“ an der Universität Wien eingesetzt. Ähnlich der nationalsozialistischen Organisation Kraft durch Freude sollten in den Alpendörfern die „schwächlich-bleichen Stadtmenschen zu ‚kräftigen gebräunten Gestalten‘“ gemacht werden. „Dies sollte im Hochschullager unter anderen mit Vorlesungen über die österreichische Geschichte, dem Singen von Volksliedern und der Pflege heimatlichen Brauchtums erreicht werden. Selbstverständlich standen auch Dollfuß-Gedenkfeiern auf dem Programm.“ Nach dem Anschluss Österreichs setzte Moser sein heimattümelndes Wirken in Form von Fotobänden im Auftrag des nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienstes fort und wurde am 1. Jänner 1940 in die NSDAP aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.886.075).
Wilhelm urteilte 2015, dass die „[...] heutige Großveranstaltung [nicht] die direkte Fortsetzung der ständestaatlichen Hochschulwochen ist, aber man sollte auch nicht so tun, als habe im Jahre 1945 eine Jungferngeburt stattgefunden“.
Politische Ausrichtung
Theodor Prager polemisierte 1984, das Europäische Forum Alpbach habe einen „unverschämt elitären und Establishment-Charakter“. Gäste seien „überwiegend radikale Konservative oder zum Konservatismus diverser Spielarten bekehrte Paradelinke [...] [sowie] so manche brave Sozialdemokraten“.
Um 2020 kritisierten Wirtschaftsakteure und Sponsoren verringertes Mitspracherecht an der Ausgestaltung des Forums. Nationalbank, Wirtschafts- und Arbeiterkammer zogen ihre Förderungen zurück. Vor einem Programmumbau 2022, der größeren Austausch und die Einbindung des Nachwuchses bewirken soll, habe das Forum „als Branchentreffen von Österreichs Wirtschaftseliten sowie als ÖVP-nahe Veranstaltung“ gegolten.
Einladung von Trump-Vordenkern
Die Einladung eines Vertreters der Heritage Foundation und Trump-Beraters fand 2025 breite Kritik. Stipendiaten und Mitglieder des Forum Alpbach Networks (FAN) äußerten in einer gemeinsamen Stellungnahme, die Forumsleitung habe mit der Einladung eine „rote Linie“ überschritten. Vizepräsident Christian Kern verteidigte diese als „notwendig, [um] sich mit diesem Denken auseinanderzusetzen“. Der Historiker Berthold Molden, ein Neffe Otto Moldens, konstatiert hier eine „gewisse Kontinuität“ im Zusammenhang mit den historischen Einflüssen Friedrich Hayeks und der Mont Pelerin Society auf das EFA.
Sitz in der EURAC ?…
Sitz in der EURAC ?
Sponsoren: Südtiroler Sparkasse, Raiffeisenverband Südtirol, Region Trentino-Südtirol, Brennerautobahn ?
Mahlzeit!