Politik | Burggrafenamt

Meran bekommt ein Chancenhaus

Die geplante Konzession mit der Stadt Moskau ist endgültig Vergangenheit: Die Landesregierung will die leerstehende Villa Katharina sanieren – und setzt damit eine Idee der Grünen um.
Villa Katharina, Zarenbrunn, Meran
Foto: Madeleine Rohrer / Facebook
  • Was vor drei Jahren noch so gut wie ausgeschlossen erschien, ist nun beschlossene Sache: Im dem Meraner Stadtviertel Obermais soll die Villa Katharina in Zarenbrunn saniert und zu einem Chancenhaus für Menschen in Schwierigkeiten werden. Die Gesamtkosten für die Sanierung schätzt die Landesregierung auf 3,5 Millionen Euro, die Planung wird derzeit ausgeschrieben. Das Land stellt das Gebäude der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt für die nächsten 18 Jahre kostenlos zur Verfügung. 

    Dieser Schritt folgt auf die Aussetzung der Vereinbarung mit russischen Vertretern im Jahr 2022 infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. Ursprünglich war die 2014 beschlossene Nutzungsvereinbarung zwischen Altlandeshauptmann Luis Durnwalder und Putin-Vertrauten Wladimir Jakunin bis 2043 gelaufen. Wegen dem Angriffskrieg hatte die Landesregierung in der vorigen Legislaturperiode lediglich entschieden, dass in dem russischen Kulturzentrum von Meran keine Kurse und Vorträge mehr stattfinden. Außerdem war geplant, dass die Stadt Moskau Zarenbrunn für 3,5 Millionen Euro restauriert und instand hält – doch kurz vor der Unterzeichnung der 30-jährigen Konzession griff Russland die Ukraine an. 

  • Ein Schritt gegen Obdachlosigkeit

    Landesrätin Rosmarie Pamer (SVP), ehemalige Referentin für Soziales in der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt, macht nun Nägel mit Köpfen. „Die Führungsausgaben werden auf circa 200.000 Euro pro Jahr geschätzt, wobei ein Teil auch durch Beteiligungen von Seiten der untergebrachten Personen finanziert werden soll“, erklärte Pamer diese Woche im Landtag auf Nachfrage der Grünen Abgeordneten Madeleine Rohrer aus Meran. 

  • Rosmarie Pamer: Die ehemalige Referentin für Soziales in der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt bringt endlich Bewegung in das Vorhaben. Foto: Seehauserfoto
  • Für die Grüne und ehemalige Meraner Urbanistikstadträtin unter Bürgermeister Paul Rösch ist das eine gute Nachricht: „Wir sind zufrieden und auch ein bisschen stolz, dass unsere Idee inzwischen auch die anfänglichen Gegner überzeugt und nach all den Umwegen Wirklichkeit wird“, erklärt sie in den sozialen Medien. Das bereits vorliegende Konzept für das Chancenhaus soll nun unter Einbindung aller im Bezirk tätigen Stakeholder finalisiert werden, sagte Pamer im Landtag.

    „Es ist bis zur Fertigstellung im Jahr 2028 noch eine Weile hin, aber das Meraner Chancenhaus in der Villa Katherina rückt in greifbare Nähe“, freut sich Rohrer. Die Meraner Stadtregierung hatte unter Rösch im Jahr 2019 dem Land vorgeschlagen, in Zarenbrunn nach dem Vorbild des Hauses der Solidarität in Brixen temporäre Unterkünfte für Menschen zu schaffen, die in Schwierigkeiten geraten sind und Hilfe bei der Rückkehr in ein autonomes Leben brauchen.