Flash Art für Museion
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„Der Preis zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Italien“, heißt es in der Aussendung des Museion nach dem Erhalt des Premio Istituzione beim Flash Art Italia Awards 2026. Der Award zählt zu den zentralen Anerkennungen im italienischen Kunstsystem. Initiiert wurde der Preis von der Zeitschrift Flash Art, die seit 1967 zu den internationalen Referenzpunkten der zeitgenössischen Kunstkritik gehört. Der Preis würdigt Institutionen, die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen sichtbar machen und den Diskurs zur zeitgenössischen Kunst in Italien aktiv mitgestalten.
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Der Premio Istituzione zeichnet Institutionen aus, die zeitgenössische Kunst nicht nur zeigen, sondern Forschung ermöglichen, künstlerische Prozesse begleiten und neue Formate entwickeln – mit Mut, Verantwortung und Offenheit für den Dialog zwischen Kunst und Gesellschaft.
Der Direktor des Museion, Bart van der Heide, unterstreicht: „Das Museion ist Mitgestalter des kulturellen Erbes. Unser Anliegen ist es, dieses Erbe mit dem lebendigen Gefüge der Region Südtirols und Italiens zu verbinden – nicht als etwas Abgeschlossenes, sondern als eine Kraft, die sich durch Teilhabe, Verantwortung und künstlerische Vorstellungskraft weiterentwickelt.“
Die ausgezeichnete Institution zeichnet sich durch ein offenes und experimentelles Programm aus...
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Kritik am Museion kam zuletzt immer wieder von politischer Seite. Die Landesräte Christian Bianchi und Marco Galateo taten sich mit polemischer Besserwisserei hervor, auch die Stadtpolitiker Stefano Fattor und Stephan Konder äußerten sich kritisch zum Haus für zeitgenössische Kunst an der Talfer. Bereits Renzo Caramaschi – seit wenigen Wochen mit dem honorigen Titel Cittadino dell’anno für Bozen ausgezeichnet – trat vor vier Jahren ins Fettnäpfchen und kritisierte eine Musikveranstaltung am Kunsthaus Museion, anstatt froh darüber zu sein, dass – abgesehen von der Feigenblatt-Aktion UNESCO-Creative City of Music – überhaupt etwas im Bereich (nicht klassische) Musik, Kunst und Unterhaltung in der von ihm damals regierten Stadt passierte.
Einen von der Politik eingeleiteten Stillstand für junge und der Kunst und Kultur aufgeschlossenen Menschen auf Museion-Grundstück gab es bereits einige Jahrzehnte zuvor. Schon damals bewies ein Bozner Bürgermeister, wie er Kultur und Kunst in der Dantestraße sieht und wünscht – indem er sie mit noch radikaleren Mitteln auslöschte und im Keim erstickte.
Museionale Vorreiter
Auf dem Grundstück des heutigen Museion: Es gab keinen Grund für einen Abriss der Kunst- und Kulturoase. Außer ja, Parkplätze natürlich. Foto: MonopolioEs war Ex-Bürgermeister Giancarlo Bolognini, der ein leerstehendes Gebäude, das junge Menschen für Kunst und sprachübergreifende Kulturveranstaltungen nutzen wollten, am 5. November 1979 räumen und niederreißen ließ. Ansonsten hätte Bozen bereits Anfang der 1980er Jahre ein basisdemokratisches Paradeprojekt für Kunst und Kultur auf die Beine gestellt.
„Mit Giancarlo Bolognini verliert das Land ein politisches Urgestein und einen engagierten Sportfunktionär“, betonte der Landeshauptmann Arno Kompatscher zu dessen Tod im Jahr 2019. Die unsportlichste Entscheidung Bologninis ließ hingegen bald nach dem Abriss des Monopolgebäudes in der Dantestraße einen Parkplatz entstehen, der – unbeleuchtet und für seinen dürftigen Zustand bekannt – bis zur Realisierung des Museion-Gebäudes ein bedauerliches Dasein fristete.
Das Museion entstand zunächst als Verein einige Jahre nach der Räumung und unabhängig von den fortschrittlichen und zweisprachigen Leuten der Monopolio-Besetzung. Die Auszeichnung nun bestätigt, dass das Museion als zentrale Institution in Südtirol, nach den vielen Steinen, die die Politik der Entwicklung von Kunst und Kultur in den Weg legte und legt, sich zum wichtigen Akteur im italienischen und internationalen Kunstkontext etabliert hat. Trotz Kippenberger-Frosch und immer wieder aufflammender Polit-Schelte.
Flashige Nachricht
Marion Piffer Damiani: „Mein Dank gilt allen, die diesen Weg mittragen.“ Der Preis wurde am vergangenen Freitag im Cinema Modernissimo in Bologna im Rahmen der von Flash Art Italia in Zusammenarbeit mit Artefiera organisierten Preisverleihung offiziell bekannt gegeben. Foto: Flash AwardsDer Preis unterstreicht die aktuelle Ausrichtung des Museion, das sich auch 2026 als aktive Plattform für Austausch und kulturelle Entwicklung positioniert. In der Begründung der Jury hob Pierluigi Sacco hervor: „Die ausgezeichnete Institution zeichnet sich durch ein offenes und experimentelles Programm aus, das in einen kontinuierlichen Dialog mit internationalen Szenen tritt, ohne dabei die enge Verbindung zu ihrem lokalen Kontext zu verlieren.“ Die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2026 wurden von einer hochkarätig besetzten Jury ausgewählt, deren Mitglieder – Patrizia Sandretto Re Rebaudengo, Enea Righi, Francesco Stocchi, Mariuccia Casadio, Alberto Salvadori, Pierluigi Sacco und Lorenzo Balbi – zu den „prägenden Stimmen des italienischen Kunst- und Kulturbereichs zählen“, wie in der Aussendung des Museion verlautbart wurde.
Die Stiftung Museion nahm den Preis im Rahmen der feierlichen Verleihung durch ihre Präsidentin Marion Piffer Damiani entgegen. „Diese Auszeichnung erfüllt mich mit großer Freude, weil sie die engagierte Arbeit unseres Teams und der Museumsleitung würdigt“, so die Präsidentin. „Mein Dank gilt allen, die diesen Weg mittragen – unseren Mitarbeitenden ebenso wie unseren institutionellen Partnern, dem Land Südtirol und den Museion Privat Founders, für ihr Vertrauen und ihre kontinuierliche Unterstützung.“
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Bei Galateo, Bianchi und co,ist von Kunstfachverstand weit und breit nix ( was der Preis beweißt)!
Vielleicht weil diese Rechte+ sind?- Wenn, Sie cicero, schon politische Gesinnung mit Kunstunverstand, verbinden möchten...
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Es geht um die Kunst- und Kultureinstellung von den oben genannten politischen VertreterInnen und nicht um Krethi und Plethi
KI:
Politische VertreterInnen sollten auch im Bereich Kunst und Kultur Kompetenz beweisen. Kunst ist ein wesentlicher Bestandteil einer lebendigen Demokratie und Gesellschaft, und politisches Verständnis hierfür ist aus mehreren Gründen
Hier sind die Hauptgründe, warum Kompetenz im Kunstbereich für PolitikerInnen wichtig ist:
Stärkung der Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt: Kunst und Kultur spiegeln gesellschaftliche Debatten wider, bieten Reibungsflächen und fördern den Zusammenhalt. Sie sind laut Erhebungen für die Mehrheit der Bevölkerung eine wichtige Stütze der Gesellschaft und tragen maßgeblich zur Förderung der Demokratie bei. PolitikerInnen, die diesen Bereich verstehen, stärken somit indirekt die demokratischen Grundlagen.
Schutz der Kunstfreiheit:
Kompetenz bedeutet auch, die Notwendigkeit von Freiräumen für Kunst zu verstehen. Geraten Kunst und Kultur unter Druck, gerät die Demokratie unter Druck. Eine informierte Kulturpolitik sichert die Freiheit der Kunst, die essenziell ist, um Kritik zu üben und neue Perspektiven aufzuzeigen.
Erkennen von sozialer und politischer Relevanz: Kunst ist nicht nur Dekoration, sondern ein Mittel, das Dinge konkret verändern kann und oft auf aktuelle politische Entwicklungen reagiert.
Kompetente PolitikerInnen erkennen dieses Potenzial, etwa durch Nutzung künstlerischer Mittel für sozialen Wandel oder durch Förderung kultureller Teilhabe.
Vermeidung von Instrumentalisierung: Kunst wird oft politisch genutzt, kann aber auch zur Propaganda missbraucht werden. Ein tiefes Verständnis hilft politischen VertreternInnen zwischen legitimer Förderung und problematischer Einflussnahme zu unterscheiden.
Vermittlung und Dialog:
Kunst kann komplexe Themen veranschaulichen und den Dialog anregen. PolitikerInnen mit Kunstverstand können diesen Dialog aktiv fördern, anstatt ihn zu blockieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kompetenz in der Kunstpolitik zu einer reflektierteren, nachhaltigeren Politik führt, die Kunst als notwendige Kraft für gesellschaftliche Entwicklung und nicht nur als Ausgabenposten versteht.
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Von „dürfen“ hat niemand geschrieben. Die Frage ist vielmehr, ob Laien kritisieren sollten. Mehr als ein „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“, wird ein Laie schwerlich ausdrücken können. Subjektives Empfinden ist aber eine schwache Basis. Marc Aurel, der Philosoph auf dem Kaiserthron soll gesagt haben „Die Meinung von 10.000 Männern ist wertlos, wenn keiner von ihnen etwas von der Sache versteht“. Das betrifft übrigens nicht nur die Kunst, sondern auch die Gesundheit, den Sport, die Politik. Die Dunning-Krügers dieser Welt sind meist sehr schnell zur Stelle, auch wenn für sie die Maxime „Schweigen ist Gold“ sein sollte.
Den Politikern muss man allerdings zugestehen, dass es für sie auch um eine Frage der Kosten geht, für die sie die Verantwortung tragen. Die Balance zwischen „unnützer Notwendigkeit“ und „Grundversorgung“ ist immer ein Drahtseilakt.
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Sie formulieren es nur ein bisschen abgeschwächt, aber der Grundtenor ist der gleiche. Sie weiten das Prinzip sogar noch aus. Das Prinzip der Demokratie ist, dass jede Stimme gleichviel zählt. Für die Kunst: jeder darf und soll kritisieren, was nicht heißt, dass jede Kritik gleich tiefschützend ist.
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Ähm, die Frage sollte doch sein, wo liest man ihn nicht? ;-) Herr Hanni tut sich in seinen Artikeln selten mit objektiver Berichterstattung hervor, sondern meist durch ganz viel Meinung und diese ist politisch eindeutig eingefärbt.
Antwort auf Ähm, die Frage sollte doch… von Cicero
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Seit wann wird bei Ihnen eine andere Meinung mit Beissreflex gleichgestellt?