Walchers List
-
Ich habe mir die Augen gerieben, als ich die Liste der 56 strukturschwachen ODER von Abwanderung bedrohten Gemeinden gesehen habe. Denn, wo war in diesem Who is Who der Loser oder Gewinner, (ganz, wie man’s dreht) meine Wohnsitzgemeinde? Bestimmt hat Marling auch irgendein Problem, das durch zusätzliche Gästebetten kompensiert werden muss: Die schiachen Oberleitungsmasten an der Zugstrecke zum Beispiel, die zweifellos schon einige Feingeister zum Auswandern bewogen haben, oder die für Epflwiesen-Terrain bestimmt psychologisch drückende Nähe zum mondänen Meran.
Aber nein, Marling ist nicht on the list, obwohl zum Beispiel aus der Zone Marling-Berg noch einiges rauszuholen wäre. Ein paar Rodungen, et voilà: Platz für Betten! Dasselbe fragen sich vermutlich auch die gekränkten Bürger und Bürgerinnen von Lana/Gegend, Meran/Sinich, Algund/Vellau. Da ginge überall noch was, wo bleibt der gute Wille, die Vision? Wenn es die wohlgenährten Terlan und Schlanders auf DIE LISTE schaffen, und wir nicht, ist das nicht ein Affront?Es ist ein Bettenteaser: Wollt ihr nicht doch? Überlegt nochmal! Letzte Chance!
Dabei hat man sich so viel Mühe gegeben, das erkenne ich an. Zuerst vollmundig einen Stopp ankündigen, den Applaus dafür einheimsen, und dann, wenn er in Kraft treten soll, Ausnahmen aus dem Hut zaubern. Die Kriterien für diese Ausnahmen so kreativ-schwammig-gaga gestalten (strukturschwach, zwischen 2009 (!) und 2024 von Abwanderung betroffen, weniger als 500.000 (!) Übernachtungen im Jahr), dass aus den ursprünglich versprochenen 25 Ausnahmen, denen man es ja wirklich gegönnt hätte, ganz mühelos 56 werden. Das ist fast die Hälfte der 116 Südtiroler Gemeinden, die jetzt wie in einer Schmierenkomödie als darbend dargestellt werden. Man fragt sich: Wie genau definiert sich „strukturschwach“? Ist 2009 nicht schon ein bissl sehr lang her? Und können 500.000 Übernachtungen im Jahr, eine Hürde, die laut Tagesschau (zum Glück) nur 28 Südtiroler Gemeinden erreichen, wirklich ein generell anwendbarer Maßstab sein? Das sind, bei 303 Öffnungstagen, 33 Betriebe à 50 Betten. Das ist schon arg viel.
Man hat einen Stopp versprochen. Jetzt passiert das Gegenteil. Indem Landesrat Walcher auch Gemeinden auf die Liste packt, die gar nicht die Absicht hatten, Tourismuszonen zu planen, wedelt er ihnen verführerisch mit dem Bettenteaser, denn nichts anderes ist diese Auswahl, vor der Nase rum: Wollt ihr nicht doch? Letzte Chance! Überlegt doch nochmal! XY baut jetzt doch auch! Wirklich allerletzte Chance! Die schwierige Entscheidung sollen jetzt die Gemeinden selbst fällen müssen, die andernfalls bei Begehrlichkeiten einfach auf die Verordnung verweisen hätten können: Sorry, wir dürfen nicht mehr. Frist vorbei.
Es ist erschütternd, wie wenig konsequent die Verantwortlichen in dieser Causa sind. Es ist erschütternd, wie aus einem Verbot ein Anreiz gedreht wird. Aber am erschütterndsten, ja geradezu beleidigend an der Sache ist, für wie dämlich man die Bürger und Bürgerinnen halten muss, ihnen das Ganze immer noch als restriktive Maßnahme verkaufen zu wollen.
-
Weitere Artikel zum Thema
Gesellschaft | Fritto MistoDie traurige Ballade vom Bettenstopp
Wirtschaft | k.u.k. reloadedJa, mach nur einen Plan!
Politik | Bettenstop56 Ausnahmen
Eine Verar.....ng für alle…
Eine Verar.....ng für alle welche Walcher bei den letzten Wahlen ihre Stimme gegeben haben.
Antwort auf Eine Verar.....ng für alle… von opa1950
Warum - die haben alle…
Warum - die haben alle gewusst welcher Typ der Walcher war.
Herr Opa - selber auch Walcher angekreuzt??? .-)
Antwort auf Warum - die haben alle… von Günther Stocker
Geehrter Herr Stocker. Die…
Geehrter Herr Stocker. Die SVP Verlierer Partei bekommt von mir schon seit 20 Jahre keine Stimme mehr.Schönen Tag noch.
Eine kolossale…
Eine kolossale Volksverarsche, man kann es nicht anders sagen.
Die armselig an den…
Die armselig an den Marionetten-Fäden von Pinzger - Berger + CO. baumelden üblen - S V P - (Verstands-beschränkten) Z E I T G E N O S S E N- lassen zu,
dass die mit „ihren Landschaft-s t ö r e n d e n-E N E R G I E - V E R S C H W E N D E R - K I S T E N, für noch mehr + öfteren STAUs, über-rannte HOT SPOTs um ein Selfie zu schießen + total verstopfte Städte bei Regentagen, “nur um der Welt zu zeigen: "„-m a n - h a t-“„ + leichtfertig in Kauf-nehmen, dass die Bevölkerung die -e d l e n - G ä s t e- den blankem Hass spüren lässt ...!“
Wo hat die…
Wo hat die Artikelschreiberin hingeschaut, als sie die wohlgenährte tourismusgeplagte Gemeinde Schlanders gesehen hat??? 🤣🤣🤣
Die SVP und ihre…
Die SVP und ihre abgesegneten Gesetze,die sie selbst wieder aufweichen wie einen ausgekauten Kaugummi,und so eine „ VOLKSPARTEI????“ behauptet seriös zu sein? Unter seriös,verstehe ich was anderes,Herr Walcher und der Rest der SVP VERDREHER!!!
Dieser Artikel ist zynisch…
Dieser Artikel ist zynisch. Unterhaltsam geschrieben, keine Frage. Aber zynisch. Denn er macht sich lustig über Gemeinden, deren einziges Vergehen es ist, eine Zukunft haben zu wollen.
Der Autor sitzt in Marling. Vor den Toren Merans. Angebunden, versorgt, urban genug. Von dort aus lässt sich leicht spotten über die „Schmierenkomödie“ der 56 Gemeinden auf der Ausnahmeliste. Aber hat er mal in Laurein übernachtet? In Proveis? In Brenner? Hat er mal mit einem Gastwirt in Graun geredet, dessen Kinder längst in Innsbruck oder Bozen arbeiten, weil es im Tal halt nichts gibt?
Ich bezweifle es.
Das eigentliche Problem ignoriert der Artikel komplett. Er tut so, als wäre jede Ausnahme vom Bettenstopp ein Skandal. Als wäre „strukturschwach“ ein erfundenes Etikett, das man Gemeinden aufklebt, damit sie doch noch bauen dürfen. Aber strukturschwach ist kein Marketingbegriff. Strukturschwach heißt: Der letzte Laden hat zugesperrt. Die Schule hat eine Klasse. Die Jungen gehen. Und sie kommen nicht zurück.
Was schlägt der Autor diesen Gemeinden vor? Weitermachen wie bisher? Zusehen, wie das Dorf stirbt, aber dafür mit der moralischen Genugtuung, keine Gästebetten gebaut zu haben?
Südtirol redet immer von lebendigen Dörfern. Von Nahversorgung, von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum, von Bleibeperspektiven für junge Familien. Tourismus ist in vielen dieser Gemeinden die einzige realistische Einkommensquelle. Nicht die einzig denkbare – die einzig realistische. Wer dort einen Bettenstopp verhängt, verhängt ein Entwicklungsverbot.
Ja, 500.000 Übernachtungen als Schwellenwert kann man diskutieren. Ja, das Bezugsjahr 2009 ist weit zurück. Und ja, 56 Gemeinden sind mehr als die ursprünglich angekündigten 25. Aber die Alternative wäre was genau? Ein pauschaler Stopp, der Kastelruth und Proveis gleich behandelt? Der Bozen-Land und das hintere Passeiertal über einen Kamm schert?
Das wäre nicht gerecht. Das wäre bequem.
Der Artikel verwechselt zwei Dinge: Er kritisiert – berechtigt – die kommunikative Unehrlichkeit der Landesregierung. Einen Stopp versprechen und dann Ausnahmen schaffen, die den Stopp aushöhlen – das ist politisch schäbig. Aber daraus zu folgern, dass die Ausnahmen selbst falsch sind, ist ein Denkfehler. Die Kommunikation war schlecht. Die Sache selbst ist richtig.
Bremsen, wo es genug gibt. Erlauben, wo es wenig oder gar nichts gibt. Das ist kein Widerspruch zum Bettenstopp. Das IST der Bettenstopp – wenn man ihn intelligent umsetzt statt ideologisch.
Wer aus Marling heraus über „darbende Gemeinden in der Schmierenkomödie“ lacht, hat entweder keine Ahnung oder kein Interesse daran, was Abwanderung mit einem Dorf macht. Beides disqualifiziert für diese Debatte.
Antwort auf Dieser Artikel ist zynisch… von KoMax
Lesen Sie nochmal, rät Ihnen…
Lesen Sie nochmal, rät Ihnen „der Autor“: „dass aus den ursprünglich versprochenen 25 Ausnahmen, denen man es ja wirklich gegönnt hätte, ganz mühelos 56 werden.“ Das ist das wirklich Zynische. Ohne Frage sind unter den 56 einige, die Tourismus nötig haben; denen sei es, wie geschrieben, gegönnt.
Antwort auf Dieser Artikel ist zynisch… von KoMax
Lesen Sie nochmal, rät Ihnen…
Lesen Sie nochmal, rät Ihnen „der Autor“: „dass aus den ursprünglich versprochenen 25 Ausnahmen, denen man es ja wirklich gegönnt hätte, ganz mühelos 56 werden.“ Das ist das wirklich Zynische. Ohne Frage sind unter den 56 einige, die Tourismus nötig haben; denen sei es, wie geschrieben, gegönnt.
Antwort auf Dieser Artikel ist zynisch… von KoMax
Was ich nicht verstehe,…
Was ich nicht verstehe, warum sollten die nächsten 5 Jahre irgendwo Betten aufgestellt werden, wo es sich die letzten 20 Jahre nicht gerechnet hat? Warum steht in Proveis oder in Terlan nicht schon lange ein Schlafpalast für Touristen? Weil es sich nicht rechnet, und das wird auch in 5 Jahren noch so sein.
Geschätzte Kienzl Alexandra,…
Geschätzte Kienzl Alexandra, Sie haben alles richtig geschrieben,-bleiben Sie weiterhin so stark.- Weil jetzt gerade der/die/das KoMax daherkommt und vieles zu zerreden versucht, was ich hier wirklich unanständig finde, ist die vorangegangene Hinterfotzigkeit der SVP, fakt. - und Gasser seien Sie still, will keinen Buchstabe von Ihnen gedruckt sehen, und wenden Sie Sich mit Ihren Fragen an die SVP-Vertreter-.